Immer mehr Energiegenossenschaften in Deutschland

Daniel Reissmann 7. Februar 2014 0


In Deutschland gibt es einen selten erwähnten Wachstumsbereich, der der Energiegenossenschaften. Diese werden immer zahlreicher, so ergab eine kürzlich veröffentlichte Erhebung des Klaus Novy Instituts das sich Ende 2013 888 Energiegenossenschaften für die erneuerbaren Energien und deren Ausbau engagierten. Dies entspricht einem Zuwachs von 142 Energiegenossenschaften zum Jahr 2012. Der Wachstumstrend bei den Energiegenossenschaften hält seit etwa sechs Jahren kontinuierlich an und ist auch weiterhin ungebrochen. Vor allem in den südlichen und westlichen Bundesländern ist der Bestand an Energiegenossenschaften überdurchschnittlich hoch, was allerdings auch durch die Höhe Bevölkerungsanzahl in diesen Regionen zu erklären ist.

© jonasginter - Fotolia.com

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Im Schnitt jeden dritten Tag eine Neugründung

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) sieht vor allem die Investitionssicherheit im Bereich der erneuerbaren Energien als entscheidender Faktor für die vielzähligen Energiegenossenschaften, er sagte dazu: „Im Durchschnitt wird jeden dritten Tag irgendwo in Deutschland eine Genossenschaft gegründet, die den Bau und den Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen oder von regenerativen Heizsystemen zum Ziel hat. Ein entscheidender Grund für den Boom der Bürgerenergie ist die Investitionssicherheit, welche dank der festgelegten Vergütungssätze und des Einspeisevorrangs für regenerative Energieanlagen besteht.“  Die aktivste Landschaft an Energiegenossenschaften kann der Freistaat Bayern vorweisen. Allein dort finden sich 237 Energiegenossenschaften, mit den verschiedensten Zielstellungen. Die höchste Dynamik weist allerdings Thüringen auf, im Freistaat gab es 2013 eine Wachstumsrate von 70 Prozent im Vergleich zu 2012. Vohrer sieht die Entwicklung, neben der Investitionssicherheit, auch dadurch bedingt, dass die Bürger sich durch die Energiegenossenschaften aktiv einbringen können. Er meint dazu: „Energiegenossenschaften bieten den Menschen eine meist regional verankerte und zudem sichere Möglichkeit, das eigene Geld sinnvoll und ökologisch anzulegen. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger schon mit einem geringen Beitrag beteiligen und sich beim Umbau der Energieversorgung vor Ort aktiv einbringen.“

 


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