Ilmenau und erneuerbare Energie

Sandra 21. September 2012 0


Das 26.000-Seelen-Städtchen Ilmenau liegt eine halbe Stunde Autofahrt von der thüringischen Landeshautstadt Erfurt entfernt. Neben der Glasindustrie und dem Maschinenbau spielt hier auch der Tourismus eine entscheidende Rolle. Pro Jahr werden hier mehr als 100.000 Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland gezählt. Sie wissen die natürliche Umgebung zu schätzen, die im Sommer und im Winter etwas zu bieten hat. Außerdem treffen hier gleich drei der großen deutschen Ferienstraßen aufeinander. Es muss also nicht wundern, dass die Stadtverwaltung daran interessiert ist, den Gästen in jeder Hinsicht beste Bedingungen zu bieten. Und das schlägt sich jetzt auch in der Energiepolitik nieder.

Die Ilmenauer Stadtväter haben sich für erneuerbare Energie Ziele gesetzt, die über die der Bundesregierung ein ganzes Stück hinaus gehen. Die Bundesregierung möchte den Energieverbrauch bis zum Jahr 2025 zu einem reichlichen Drittel aus Wasserkraft, Windkraft, Solarkraftwerken und Biomasse-Kraftwerken decken. Ilmenau überbietet das mit der Zielstellung von 44 Prozent erneuerbare Energie im gleichen Zeitraum.

Auch soll die Qualität der Luft verbessert werden. Der Ausstoß an Kohlendioxid soll bis zum Jahr 2020 um rund zwei Drittel im Vergleich zum Jahr 1990 reduziert werden. Die Bundesregierung hat sich eine Reduzierung um 35 Prozent bis 2020 auf die Fahnen geschrieben.

Das Energiekonzept der Stadt gibt Auskunft, wie man das in Ilmenau erreichen will. Zwei Drittel der benötigten Wärmeenergie soll aus einem Biomasse-Kraftwerk kommen. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit Arnstadt angedacht. Aktuell kommen 0,5 des Stroms aus Solarkraftwerken. Dieser Anteil soll bis 2020 auf rund vier Prozent gesteigert werden. Der Wasserkraft und der Geothermie werden im Energiekonzept Ilmenau dagegen kaum Chancen eingeräumt.