IG-BCE Chef übt harsche Kritik an der Energiewende

Daniel Reissmann 12. September 2015 0


Wie wird die Energiewende zum Erfolg? An dieser Frage scheiden sich immer wieder die Geister. Insbesondere Klimaschützer und Lobbyisten kommen auf keinen grünen Zweig. Während für die meisten CO2-Gegner feststeht, dass die Energiewende so schnell wie möglich umgesetzt werden sollte, sehen Vertreter der Wirtschaft die Situation weniger euphorisch und verweisen gern darauf die gesamte Transformation des Energiesystems gezielter und durchdachter anzugehen als es der Fall war und auch weitgehend noch ist. Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis übte im Rahmen der Veranstaltung „Nachhaltig und gut?“ der RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft und des Magazins Cicero harsche Kritik an der momentanen Umsetzung der Energiewende. Vassiliadis warnte vor allem vor negative Konsequenzen für künftige Generationen.

© jonasginter - Fotolia.com

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Kosten sind zu hoch

Der Gewerkschaftschef wies insbesondere darauf hin, dass die aktuelle Umsetzung der Energiewende wenig effizient von statten ginge. Während die Bundesregierung zu viel Geld in Form von Subventionen in den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien stecke, blieben insbesondere Innovationen aber auch Netze und Speicher auf der Strecke. Vassiliadis Analyse ist durchaus berechtigt, immerhin hat der ungebremste Ausbau der Regenerativkraft dazu geführt, dass bereits heute große Überschüsse produziert werden, für die kein entsprechend leistungsfähiges Netz oder Speicherkapazitäten zur Verfügung stehen. Das ganze erhöht die Kosten der Energiewende und sorgt dafür, dass künftige Generationen die Fehlinvestitionen ausbaden müssen. „Das Geld, das wir jetzt verschwenden, ist dann für die Zukunft verloren.“, appellierte Vassiliadis.

Einseitige Sichtweise

Die Sichtweise des IG-BCE Chefs ist sicher nachvollziehbar und sein Lösungsvorschlag, nämlich mehr in Innovationen, Netze und Speicher zu investieren, völlig berechtigt. Nichtdestotrotz hält Vassiliadis auch an der Kohle fest und hält den politisch initiierten Ausstieg für verfrüht. Hier kommt wiederrum offensichtlicher Lobbyismus ins Spiel, denn immerhin vertritt Vassiliadis mit seiner Gewerkschaft insbesondere die Interessen der „alten Energiewirtschaft“. Dies wirft die Frage auf inwiefern es gerechter für künftige Generationen ist, wenn man weiterhin CO2 freisetzt. Immerhin liegt der Grundgedanke der Nachhaltigkeit gerade in der Generationengerechtigkeit. Dass Luftschadstoffe wenig gerecht sind, ist bekannt. Daher gilt es weiterhin die Diskussion zu führen und nach einem guten Mittelweg zu suchen. Mehr Investitionen in Innovationen, Speicher und Netze sind sicher ein vielversprechender Ansatz.


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