Hybridheizungen: Beliebte Heizungskombinationen im Vergleich

admin 19. Juli 2013 0


Keep it simple! Das ist eigentlich das Credo eines jeden Heizungsbauers, wenn er in einem Einfamilienhaus eine neue Heizung einbauen soll. Das erleichtert der Familie die Bedienung und reduziert in aller Regel die Fehleranfälligkeit und Wartungsintensität der Heizungsanlage. Im Zuge der teilweise auch gesetzlich vorgeschriebenen Nutzung erneuerbarer Energien zur Heizwärmeerzeugung, kommt man im Heizungsbau aber nicht mehr umhin, auch verschiedenste Kombinationen sogenannter Hybridheizungen anzubieten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Systeme vor und sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn sie zukünftig einen Teil Ihrer Heizwärme regenerativ erzeugen wollen.

Zentraler Pufferspeicher sammelt Wärme

Aus technischer Sicht ist eine “Hybrid-Heizung” nur eine neue Bezeichnung für eine bivalente bzw. multivalente Heizungsanlage. Das heißt, dass mehrere Energieträger zum Einsatz kommen und ihre Wärme in einem zentralen Pufferspeicher zwischenspeicher, vermischen und an das Hauswärmenetz abgeben. Zur Auswahl stehen dabei typischerweise die Öl- und Gas-Brennwerttechnik, Holzheizungen und Kamine, Wärmepumpen, Solarwärmeanlagen oder auch Photovoltaik- und sogar Kleinwindraftanlagen. Was nun miteinander kombiniert werden kann, richtet sich meistens nach der Verfügbarkeit und den Kosten des jeweiligen Brennstoffeinsatzes, wobei in aller Regel fossile Techniken im Winter die Spitzen des Heizwärmebedarfes absichern.

Gas und Solar beliebteste Kombination

Die wohl beliebteste Hybridheizung ist eine Kombination aus Gasheizung und Solaranlage. Dabei wird in aller Regel die Solarwärme nur zur Warmwasserunterstützung eingesetzt. Dies hat den Vorteil, dass die Solaranlage besser ausgelastet wird und so einen hohen solaren Deckungsbeitrag erreicht. Wer noch mehr Sonne zum Heizen nutzen möchte, der kann mit einer rund doppelt so großen Kollektorfläche auch die Heizung selbst unterstützen. Nachteilig sind jedoch die etwas höheren Kosten und der aufgrund der im Winter abnehmenden Solarstrahlung geringere Solarbeitrag pro m2 Kollektorfläche. Bei einer Kombination mit einer Solaranlage muss in jedem Fall immer eine Hauptheizung als Sicherheit vorgehalten werden. Nur in sogenannten Sonnenhäusern mit sehr großer Kollektorfläche und einem mehreren tausend Litern fassenden Wärmespeicher ist eine ganzjährige Versorgung ausschließlich mit Solarwärme möglich.

Heizung und Kamine mit Wassertasche

Wer Holz als Heizung nutzen will, für denjenigen bieten sich Kaminsysteme mit sogenannten Wassertaschen an. Der Kamin gibt dabei die bei der Verbrennung des Holzes entstehende Wärme nicht nur unmittelbar in den Raum ab, sondern auch über einen Wärmetauscher an das Heizungssystem. Wer sich für ein gemütliches Kaminfeuer zur Heizungsunterstützung im Zuge einer Komplettsanierung der Heizung entscheidet, der sollte jedoch die Heizleistung des Kamins nicht von der der Hauptheizung abziehen, denn sonst ist man an kalten Wintertagen darauf angewiesen, ständig mit Holz nachzuheizen. Wer trotzdem z. B. mit einem Holzbrandofen einen relevanten Anteil seiner Heizkosten einsparen will, der sollte sich schon lange vor dem Winter zumindest um einen günstigen Holzvorrat bemühen. Im Winter nachzukaufen kann schnell teuer werden.

Photovoltaik-Strom für Wärmepumpen

Relativ neu, aber mit großem Potenzial ist die Kombination einer Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe. Der Clou dabei ist, dass die Wärmepumpe immer dann Wärme produzieren kann, wenn die PV-Anlage Strom erzeugt und die so gewonnene Wärme im Pufferspeicher für eine spätere Beheizung der Räume zwischenspeichert. Dies erhöht den Eigenverbrauch der PV-Anlage und man kann die Wärmepumpe mit einem Stromtarif zu Selbstkosten betreiben. Gegenüber einem herkömmlichen Haushaltsstromtarif kann die Ersparnis leicht bei rund 10 Cents liegen. Zudem benötigt die PV-Anlage keinen teuren Batteriespeicher, der im Gegensatz zur PV-Wärmepumpen-Kombination die Kilowattstunde Strom um 20 bis sogar 25 Cents verteuert. Im Ergebnis erzeugt eine solche Hybridheizung dann Ökowärme zu Niedrigstpreisen.