Hochwasserschutz mit erneuerbaren Energien kombinieren

Sandra 2. August 2012 0


Das Hochwasser des Jahres 2002 hat an vielen Stellen gigantische Schäden angerichtet. Heftig davon betroffen war auch die Region um Chemnitz, wo die Flüsse Würschnitz, Zwönitz und Chemnitz über die Ufer traten. Zehn Jahre nach der Katastrophe zieht die Landestalsperrenverwaltung Thüringen Bilanz. Insgesamt sind 21 Millionen Euro bereits in den Hochwasserschutz investiert worden. Weitere große Projekte sollen folgen, denn an einigen Stellen reichen die erneuerten Dämme und erweiterten Hochwasserschutzwände nicht aus.

Nun sollen in den nächsten fünf Jahren zwei große Rückhaltebecken gebaut werden. Dafür muss die Landestalsperrenverwaltung noch einmal Aufträge für mehr als zwanzig Millionen Euro auslösen. Ein Segen für die Bauwirtschaft der Region. Nun könne man auf die Idee kommen, dass die Projekte am Beuthenbach und in Jahnsdorf gleich eine Chance wären, erneuerbare Energie, also die Wasserkraft für die Produktion von umweltfreundlichem Strom zu nutzen.

Doch so einfach ist das nicht. Die Würschnitz, die Chemnitz und auch die Zwönitz sind in normalen Zeiten nur kleine Fließgewässer, an denen sich der Bau von Wasserkraftwerken nicht lohnt. Und die Rückhaltebecken sind nicht dazu gedacht, ständig mit Wasser gefüllt zu sein, sondern im Falle eines Hochwassers die Fluten so zurück zu halten, dass es möglichst wenig Schäden entlang der weiteren Flussläufe gibt.

Aber an anderen Stellen ließe sich der Hochwasserschutz sehr gut mit der Nutzung der Wasserkraft verbinden. Solche Chancen sollten genutzt werden, weil dann keine doppelten Bebauungen für den Hochwasserschutz und die Energiewirtschaft notwendig wären. Und die Betreiber könnten sich in die Investitionen teilen, was sich langfristig auch auf die Kosten des Stroms aus Wasserkraft günstig auswirken würde.