Grenzüberschreitend gegen die Atomkraft

admin 17. Januar 2013 1


In wenigen Tagen will die belgische Regierung entscheiden, ob der Block 2 des Atomkraftwerkes Tihange und Block 3 des Kraftwerkes in Doel wieder ans Netz gehen dürfen. Beide Blöcke wurden 2012 stillgelegt, nachdem Tausende von kleinen Rissen in den Druckbehältern gesichtet wurden. Nun hat der Betreiber Electrable die Blöcke nach einer Überprüfung für wieder betriebsbereit erklärt.

Den Aussagen von Electrable steht jedoch eine Studie von der Materialexpertin Ilse Tweer gegenüber. Die unabhängige Materialexpertin wurde von den Grünen im Europäischen Parlament beauftragt die Sache ebenfalls zu untersuchen. In ihrem Bericht werden kritische Fragen aufgeworfen. Neben den mangelnden Informationen von Electrable, welche Tests durchgeführt wurden, sind zudem die Angaben des Stahllieferanten und Herstellers lückenhaft.

Dies führte dazu, dass sich mehr als 1000 Menschen am Wochenende auf dem Maastricher Markt zusammenfanden, um gegen die Wiederinbetriebnahme der Blöcke zu demonstrieren. Hierbei fanden sich nicht nur lokale Demonstranten, sondern auch Menschen aus Deutschland und den Niederlanden. Das Atomkraftwerk Tihangen ist von der niederländischen Grenze 50 Kilometer und von der deutschen Grenze 75 Kilometer entfernt.

Für die belgische Regierung ist die Wiederinbetriebnahme ein wichtiges Problem. Knapp die Hälfte des Stroms in Belgien wird von den beiden Meilern produziert. Desweiteren kostet jeder Monat in dem die Kraftwerke stillstehen den Betreiber Electrabel knapp 23 Millionen Euro. Momentan müssen sich noch alle Parteien gedulden, denn die belgische Regierung erwartet noch zwei weitere Expertenberichte. Bis zum Ende des Monats soll deshalb in mehreren Sitzungen über das Schicksal der beiden Meiler entschieden werden.


  • http://www.stephanie-nabinger.de Stephanie Nabinger

    Von Haarrissen können wir nicht mehr reden, bei einen Breite von bis 24mm!