Greenpeace verlangt Abschaltung von Kohlekraftwerken

admin 4. April 2013 0


Nach dem Atomausstieg hat sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace ein neues Ziel ausgesucht: deutsche Kohlekraftwerke. Greenpeace wirft der Bundesregierung vor, sich bisher wenig mit dem Problem der Kohlekraftwerke befasst zu haben. Hierfür präsentiert die Organisation eine Studie, welches das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart in ihrem Auftrag erstellt hat.

Die Ergebnisse der Studie „Tod aus dem Schlot“ scheinen verheerend. Auf Basis von Emissionsdaten aus dem Europäischen Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister für das Jahr 2010 ließen sich die Folgen durch die 67 Kohlekraftwerke in Deutschland ungefähr errechnen. So führte der Betrieb der Kraftwerke zu einem Verlust von rund 33.000 Lebensjahren, was in etwa statistisch einer Zahl von 3.100 Todesfällen entspricht. Zudem würden rund 700.000 Arbeitsstunden durch erkrankte Arbeitnehmer verloren gehen.

Die Ergebnisse sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, denn die Berechnungen des Zusammenhangs zwischen den Emissionen und Toten sei rein statistischer Natur, so Studienleiter Rainer Friedrich. Die zehn schädlichsten Kraftwerke sind hierbei Braunkohlekraftwerke. Auf Platz eins der Greenpeace Rangliste für die meisten statistischen Tode sorgt das Braunkohlekraftwerke in Jänschewalde, welches für rund 373 Todesfälle jährlich verantwortlich sein soll. Kraftwerksbetreiber wie Vattenfall halten die Studie für einseitig und grob irreführend.

Durch den Atomausstieg werden zurzeit 26 Prozent des deutschen Stromes aus Braunkohle gewonnen. Grund hierfür ist die schwankende Leistung der regenerativen Quellen, die wetterbedingt unterschiedlich ist. Desweiteren wird der Betrieb der umweltfreundlicheren Gaskraftwerke immer unwirtschaftlicher, weil der subventionierte Ökostrom den Strommarkt zu Stoßzeiten überflutet und damit stark die Preise drückt.


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