Genehmigungsverfahren bei Windkraft langwierig

Sandra 21. August 2012 0


Wenn man irgendwo in Deutschland ein Windrad zur Nutzung erneuerbarer Energien aufstellen möchte, dann sollte man etwas Geduld mitbringen. Viele Interessenten haben bereits die Erfahrung gemacht, dass vom Plan bis zum betriebsbereiten Windrad mehrere Jahre ins Land ziehen können. Das hängt an den vielen bürokratischen Hürden, die bei der Aufstellung von Windrädern zu nehmen sind.

Zu den „alten Hasen“ bei der Windkraft gehört auch eine Gruppe von Bürgern aus Wildpoldsried. Etwa hundert von ihnen haben sich zu einer Gesellschaft zusammen geschlossen, die einen kleinen privaten Windpark betreibt. Fünf Windräder sind dort schon in Betrieb. Nun sollen zwei weitere folgen. Einen mit drei Millionen Euro recht erheblichen Anteil an der Gesamtfinanzierung für die zwei 180 Meter hohen Windkraftanlagen haben die Mitglieder der Gesellschaft als Eigenkapital zusammen getragen. Rund 4,2 Millionen Euro müssten über Kredite finanziert werden.

Doch Wendelin Einsiedler, einer der Sprecher der Windkraft-Gesellschaft, sieht das ganz gelassen. Die beiden Neulinge würden pro Jahr für Einnahmen in Höhe von rund 900.000 Euro sorgen, obwohl die Einspeisevergütung mit neun Cent pro Kilowattstunde gegenüber den Entgelten für Solarstrom eher mager ausfällt. Rechnet man die jährlichen Kosten für Zinsen und Tilgung sowie die Wartung und Versicherungen dagegen, würden immerhin noch satte 350.000 Euro pro Jahr als Gewinn übrig bleiben.

Bei einer solchen Rendite muss es nicht wundern, dass einige Mitglieder der Bürgergesellschaft für Windkraft Einlagen in Höhe von 100.000 Euro für die beiden Neuzugänge im Wildpoldsrieder Windpark gezeichnet haben. Sie dürften erkannt haben, dass nach Abschluss der Finanzierung, die auf zwölf Jahre angelegt ist, auf Grund der langen Nutzungszeiten der Windkraftanlagen ein richtig satter Gewinn mitzunehmen ist.