Gefahr vor Stromengpässen im Winter, trotz Reserven

admin 22. November 2012 0


Nach Aussagen des Stromnetzbetreibers Tennets ist die Gefahr von Stromengpässen in diesem Winter, trotz größerer Reserven, nicht ausgeschlossen. In Deutschland sind bisher, im Vergleich zum letzten Winter, keine neuen Kraftwerke hinzugekommen. Vor allem die stärkere Einspeisung von Ökostrom und der damit verbundenen Kosten des Betriebes von fossilen Kraftwerken bildet ein Problem. Viele konventionelle Kraftwerkprojekte in Deutschland wurden deshalb stillgelegt und zudem planen einige Betreiber die Abschaltung von Anlagen.

Im Falle eines langen und harten Winters, seien die Netzbetreiber auf Hilfe im Ausland angewiesen. Dies könnte sich als problematisch erweisen, da die Stromnachfrage im Winter besonders hoch ist und der Import aus Frankreich, wegen des Eigenbedarfs, ausfällt. Die Netzbetreiber Tennet und Amprion rüsten sich derzeit bereits für den Winter mit extra Stromreserven. Tennet alleine hat bereits Kraftwerke mit einer Leistung von knapp 2000 Megawatt unter Vertrag genommen. Zudem hat die Bundesnetzagentur die Reservekapazitäten von 900 Megawatt auf 2500 aufgestockt.

Mit einer Besserung der Lage ist in den nächsten Jahren nicht zurechnen. Desweiteren wird das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld 2015 stillgelegt, welches die Problematik umso mehr verschärft. Hinzu kommt die momentan ungünstige Situation für regenerative Energien. Die Solarstrom-Produktion in den letzten Tagen war, aufgrund der frühen einfallenden Dunkelheit, gerade mal zu einem Fünftel ausgelastet. Genauso verhielt es sich für den Windstrom. Die Netzbetreiber erwarteten am Montag eine Produktion von rund 3000 Megawatt, erhielten aber nur 1600 Megawatt.