Frankreich versenkt Gezeitenkraftwerk vor seiner Küste

admin 21. November 2012 0


Vor der Küste der Bretagne baut die französische Regierung zurzeit ein Gezeitenkraftwerk.
Gebaut wird es vom staatlichen Atomkonzern Électricité de France (EdF). Die Anlage wird im Herbst nächsten Jahres versenkt. Das geplante Gezeitenkraftwerk vor der Küste von Paimpol-Bréhat besitzt vier Turbinen und wird als Testanlage dienen. Die Leistung liegt bei knapp 2,2 Megawatt. Damit könnte man 3.000 Haushalte zu jeder Zeit im Jahr mit Strom versorgen.

Der Ort an dem das Kraftwerk 2013 versenkt werden soll, wurde von ortsansässigen Fischern ausgewählt. Die Entscheidung fiel auf eine Schutzzone für Hummer und Krustentiere, in der die Fischer nicht auf Fang herausfahren dürfen. Desweiteren muss man sich keine Gedanken um ein Massensterben der Fische durch das Kraftwerk sorgen. In der Schutzzone herrschen Strömungsgeschwindigkeiten von mehr als drei Metern pro Sekunde. Kein Ort an dem sich Fische gerne aufhalten.

Im Unterschied zu Windkraft-Anlagen besitzen Gezeitenkraftwerke einige Vorteile. Die Gezeitenkraftwerke vor der französischen Küste arbeiten im Vergleich zu ihren Wind-Kollegen ununterbrochen. Denn die Tiden vor der französischen Küste sind sehr gleichmäßig und vorhersagbar, 24 Stunden und 365 Tage im Jahr. Somit ist die Stabilität des Stromnetzes besser gewährleistet, als bei den Windturbinen. Denn diese werden oft von Flauten oder schwachen Winden belastet. Laut der EdF beträgt das Potential von Gezeitenkraftwerken an den Küsten Europas bis zu 15.000 Megawatt. Diese könnten drei bis vier Atomkraftwerke ersetzen.