Fracking – Auch in Deutschland?

admin 31. Dezember 2012 0


Fracking ist in aller Munde. In USA wird das Verfahren bereits eingesetzt und auch in Großbritannien will man es einsetzen. In Deutschland hingegen ist man noch skeptisch und diskutiert. Doch was genau ist Fracking und warum wird es verwendet?

Schiefergas existiert in den tiefen Erdregionen eingeschlossen in Gesteinsschichten. Durch neue Fördermethoden kann dieses Gas gewonnen werden und somit die Importabhängigkeit eines Landes verringern werden. Auch in Deutschland existiert Schiefergas und es wird angenommen, dass rund 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmeter im deutschen Boden existieren. Dies entspräche einem ungefähren deutschen Gesamtverbrauch von 12 Jahren.

Bei dem Fracking-Verfahren wird mit Hochdruck Wasser ins Erdreich geschossen. Dies bricht die Gesteinsschichten auf, in dem sich das Schiefergas befindet, sodass es an die Oberfläche befördert wird. Im Wasser befinden sich desweiteren Keramikkugeln und Sand, um den erzeugten Schacht offen zu halten. Zudem befinden sich im Wasser Chemikalien, die Reibung verringern oder den Transport des Sandes vereinfachen sollen. Der Großteil der Chemikalien ist ungefährlich, wie zum Beispiel Stabilisatoren, die auch für den Joghurt verwendet werden.

Dennoch fällt die größte Kritik auf die zugefallen Chemikalien. Es wird befürchtet, dass diese das Erdreich und das Grundwasser belasten könnten. Theoretisch ist die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung sehr gering, da Schiefergasgesteinsschichten unter dem Grundwasserstock liegen. Zudem sind die Löcher durch Stahl und Beton vom Grundwasser getrennt. Doch die Gefahr, dass durch einen Unfall ein Leck entsteht besteht.

Deshalb wird auch momentan sehr skeptisch in den Hamburger Südosten geblickt. Dort hat das  zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover der Firma BEB eine Aufsuchungsgenehmigung für die Vierlande genehmigt. Die Tochterfirma von ExxonMobil  hat sich somit die Rechte gesichert, die Fläche als mögliches Erdgasfördergebiet zu untersuchen. Es handelt sich zwar hierbei um keine Genehmigung für die Förderung, dennoch befürchtet man, dass BEB bei Probebohrungen die umstrittene Fracking-Methode verwendet.