EU-Supergrid – Backbone für Energietransport

admin 8. Juni 2012 0


Es ist ein unumstrittener Fakt, dass das deutsche Stromnetz den Anforderungen nicht gewachsen ist, die eine verstärkte Nutzung für regenerative Energien, insbesondere der Windkraft, daran stellen würde. Das Netz muss also ausgebaut werden. Und genau dieses Thema ist jetzt von Wissenschaftlern aufgegriffen worden. Dazu gehören Experten von der Uni Duisburg, der Uni Göttingen, der Uni Berlin und der TU Chemnitz. Sie sind übereinstimmend der Meinung, dass beim Ausbau des Stromnetzes nicht nur taktisches, sondern strategisches Denken gefragt ist.

Sie sind sich einig, dass man beim Umstieg auf regenerative Energien doppelte Investitionen durch eine gute Planung sparen kann. Das bedeutet, dass die neuen „Rückrate“ des deutschen Leitungsnetzes gleich von Beginn an so ausgelegt werden sollten, dass sie später ohne weiteren Ausbau in ein europäisches Netz zur Stromverteilung eingebunden werden können. Das soll einmal die Bezeichnung EU-Supergrid tragen und mit der Technologie der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung arbeiten, weil dort die geringsten Verluste beim Energietransport über große Distanzen zu verzeichnen sind.

 

Der Vorteil beim EU-Supergrid liegt klar auf der Hand. Kraftwerke für die Nutzung von Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft und Geothermie können dort errichtet werden, wo die günstigsten Bedingungen für eine möglichst große Effizienz bestehen. Regionale Unterschiede der Wetterbedingungen haben einen ausgleichenden Effekt auf die jeweils erzeugbare Menge erneuerbare Energie.

 

Als Vorbild für das EU-Supergrid benannten die Wissenschaftler China, wo bereits an ersten Verbindungen dieser Art gebaut wird. Der Startschuss fiel hier im Jahr 2010 und bis 2020 soll der Ausbau des Energienetzes in China abgeschlossen sein. Einige der Leitungen bringen es auf eine Kapazität von mehr als 200 Gigawatt und das wäre genau die Leistung, die auch beim EU-Supergrid geplant werden muss.