EU-Klimaschutzziele bis 2030 – Wie weit sind die Staaten aktuell?

Daniel Reissmann 28. Oktober 2014 0


Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich vergangene Woche auf neue Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 geeignet. Was im ersten Moment gut klingt, war für viele, insbesondere Umwelt- und Klimaschutzverbände, ein Zeichen von geringen Ambitionen. So einigte man sich in Brüssel auf eine Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 40 Prozent in 2030 im Vergleich zum Basisjahr 1990. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nannte die Beschlüsse „die ambitionierteste, kostengünstigste und fairste Klimapolitik der Welt“, was in seiner Position allerdings auch wenig verwundert. Verbände wie der BUND sehen die Beschlüsse wesentlich kritischer. Das Profil des BUND twitterte beispielsweise: „Klimapaket ist Sargnagel für internationales Klimaabkommen. 40 Prozent sind kein akzeptabler Beitrag Europas“.

© visdia - Fotolia.com

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Wie weit sind die Staaten heute noch von den Zielen entfernt?

Tatsächlich kann man den Beschluss durchaus hinterfragen. Das neue Klimapaket macht zum Beispiel keine Aussagen zum sehr stark kritisierten Emissionshandel. Zudem stehen die Beschlüsse unter Vorbehalt, was bedeutet dass diese im kommenden Jahr noch einmal überprüft werden. Welche Auswirkungen das Paket auf die bevorstehende und womöglich entscheidende Klimakonferenz, welche 2015 in Paris stattfindet, haben wird, bleibt abzuwarten. Daneben gibt es aber auch weitere Ziele als lediglich den Treibhausgasausstoß, welche in dem Paket gefordert werden. So soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 europaweit 27 Prozent betragen, die Energieeffizienz soll ebenfalls um 27 Prozent steigen. Umweltschützer sind allerdings trotzdem der Meinung, dass man mit diesen Vorgaben das 2-Grad-Ziel verfehlen wird. Blockiert wurden ambitioniertere Vorgaben vor allem durch traditionell fossil geprägte Nationen, wie beispielsweise Polen. Aber auch Großbritannien oder Frankreich zeigen momentan wenig Elan in Sachen Klimaschutz und Regenerativwirtschaft. Mit einem Anteil von momentanen 14 Prozent erneuerbarer Endenergie ist auch Deutschland nicht so vorbildhaft wie oft behauptet. Mit einem Anteil von 51 Prozent erneuerbarer Endenergie in Schweden und 64 Prozent erneuerbarer Endenergie in Norwegen sind die skandinavischen Mitgliedsstaaten die europäischen Musterschüler in Sachen Ausbau der erneuerbaren Energien und Klimaschutz.


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