Ernüchterung auf der „new energy 2014“ in Husum

Daniel Reissmann 24. März 2014 0


Eigentlich hatte man sich in Husum einen neuen Rekord für die internationale Messe „new energy 2014“ erhofft. Doch der erste Ausstellungstag der Messe am 21.03.14 war durch Ernüchterung geprägt. Anstatt der erhofften 300 Aussteller zog es nur 206 Aussteller auf die Messe. Vor allem Messevertreter aus den USA, Japan und Korea fehlten diesmal in Schleswig-Holstein. Die Veranstalter ziehen trotzdem ein positives Fazit zur Messe, die gestern endete. Außenstehende sehen die Lage etwas kritischer.

© apops - Fotolia.com

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Zufriedenheit bei den Veranstaltern, Kritische Worte von Außen

In Husum selbst zeigte man sich zufrieden mit der diesjährigen Messe. So kamen insgesamt mehr als 10.000 Besucher zur „new energy 2014“. Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/ Die Grünen) sagte beispielsweise: „Hier sieht man, wie man in der Praxis mit erneuerbaren Energieprodukten arbeiten kann. Es ist wichtig, dass sich das Land über diese Messe präsentiert, aber sie ist auch umgekehrt ein Schaufenster und eine Belehrungsmesse für Minister: Hier kann ich mir die neuesten Impulse aus der Wirtschaft anschauen, von der Kleinwindanlage bis zum Elektrofahrzeug“. Trotz allem viel die Messe kleiner aus, als man es erwartet hatte. So füllten sich nur drei Hallen statt vier und 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche blieb offen. Zudem hatte man im Vorfeld mit rund 15.000 Besuchern gerechnet. Messe-Chef Peter Becker sieht den Grund dafür in der Unsicherheit innerhalb der Branche, die vor allem auf der kommenden Reform des EEG beruht. Zudem werden die erneuerbaren Energien oft zu Unrecht als Preistreiber für Strom deklariert, auch das führt dazu, dass sich Investoren aus der Branche zurückziehen.

Energieexperten warnen vor dem Ausbaustopp

Der Energie-Experte Prof. Volker Quaschning sagte dazu im Handelsblatt: „Die Preise für erneuerbare Energien sind mittlerweile so stark gefallen, dass ein weiterer starker Ausbau nicht mehr mit dramatischem Kosten-Anstieg verbunden wäre. […] Ein schneller Ausbau erneuerbarer Energien würde in Deutschland durchaus verkraftbar sein und auch die Endverbraucherpreise nicht dramatisch steigen lassen“. Das Problem sieht der Experte nicht in den erneuerbaren Energien, sondern in einer Politik welche den Ausbau zunehmend ausbremst. Dazu sagte er: „Hatten wir 2012 noch über sieben Gigawatt Zubau bei der Photovoltaik, hat sich der im vergangenen Jahr halbiert auf 3,3 Gigawatt. Dabei haben wir 40.000 Arbeitsplätze in der Photovoltaik in Deutschland verloren. Das sind mehr Arbeitsplätze, als im Braunkohlebergbau in Deutschland insgesamt existieren“. Außerdem warnt Quaschning davor, dass Deutschland seinen Status als Hochtechnologie-Standort im Erneuerbare-Energien-Sektor verlieren könnte: „Durch das Schutzprogramm für die Kohle verlieren wir außerdem die Technologie-Führerschaft bei den erneuerbaren Energien“.


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