Erneuerbare weltweit – Ruanda setzt beim Ausbau auf Regenerativkraft

Daniel Reissmann 12. August 2014 0


In den hoch industrialisierten Nationen Europas gleicht die Transformation des Energiesystems einem gewaltigen Umbau der bestehenden Energiewirtschaft und wird deshalb auch als „Energiewende“ bezeichnet. Viel Kritik begleitet die ambitionierten Bemühungen, da insbesondere die Lobbyverbände der konventionellen Energiewirtschaft eine Gefährdung im Ausbau der erneuerbaren Energien sehen. In anderen Ländern der Erde, vor allem in Afrika, gestaltet sich die Lage anders. Ein Großteil der afrikanischen Länder ist vor allem außerhalb der Ballungsräume infrastrukturell stark unterversorgt. So bemühen sich einige afrikanische Nationen momentan den Ausbau der Versorgungs- und Erzeugungskapazitäten zu erhöhen um auch die Entwicklung ihres Landes zu forcieren. Mit den erneuerbaren Energien bietet sich für diese Länder eine Vielzahl an Chancen. Anders als in Europa muss man hier nicht umbauen, sondern man baut auf.

© visdia - Fotolia.com

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Ruanda plant Vervierfachung der installierten elektrischen Leistung

Ein Beispiel für ein afrikanisches Land, welches den Aufbau neuer Stromerzeugungskapazitäten plant, ist Ruanda. Die Regierung plant die installierte elektrische Leistung zu vervierfachen und will zudem mehr Menschen den Zugang zu Strom ermöglichen. Der Fokus Ruandas liegt dabei auf erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2017 sollen die Kapazitäten von momentan 119 Megawatt auf 564 Megawatt steigen. Insbesondere die Energieträger Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie, Biogas und Torf sollen zum Einsatz kommen. Durch diesen Zubau will die Regierung des afrikanischen Staates die Elektrifizierungsrate von momentanen 21 Prozent auf 70 Prozent steigern. Vor allem in die Wasserkraft wird investiert. So ist das größte derzeitig im Bau befindliche Kraftwerk das Projekt Nyabarongo I, welches mit einer Leistung von 28 Megawatt einen beachtlichen Beitrag zu den Ausbauvorhaben leistet. Neben eigenen Projekten kooperiert Ruanda auch mit seinen Nachbarländern. Zusammen mit Burundi, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo stehen momentan Wasserkraft-Projekte mit einer Gesamtleistung von 235 Megawatt auf dem Plan.


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