Erneuerbare weltweit: Australien senkt eigene Ausbauziele

Daniel Reissmann 30. Juni 2015 0


Hartnäckig hielt sich in Australien die Debatte um den Ausbau der erneuerbaren Energien. Nun hat das australische Parlament eine Novelle dies dortigen Ökostromgesetzes Renewable Energy / Electricity Amendment Bill, kurz RET, verabschiedet. Eines fällt besonders auf, die für 2020 angesetzten Ausbauziele wurden von 41.000 Gigawattstunden (GWh) auf 33.000 GWh reduziert. Was im ersten Moment nach einem Rückschritt klingt, ist für Investoren allerdings eine gute Nachricht. Denn immerhin können diese nun wieder in einem Markt investieren, der gesetzlich festgelegt Ziele hat. Zuvor hielten sich viele Anleger zurück, da nicht klar war, wie die Novelle des RET aussehen wird.

© visdia - Fotolia.com

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Gute Marktentwicklung prognostiziert

Das neue Ausbauziel würde dazu führen, dass 2020 rund 24 Prozent des australischen Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Prognosen gehen davon aus, dass sich insbesondere der Markt für kleine und große EE-Stromerzeugungsanlagen positiv entwickeln wird, sodass für Anleger momentan eine hohe Investitionssicherheit herrscht. „Wir schützen auch Industrie und Arbeitsplätze, indem wir energieintensive Unternehmen mit hohen Emissionen von der RET-Umlage befreien. Und wie versprochen gibt es keine Änderungen bei privaten Photovoltaik-Anlagen.“, so die gemeinsame Pressemitteilung des australischen Umwelt- und Innenministeriums. Das Ausbauziel von 33.000 GWh soll bis 2020 unverändert bleiben.

Weitere Hürde steht bevor

Nach der Gesetzesnovelle steht bereits die nächste Hürde an. So will die australische Regierung einen sogenannten „windfarm commissioner“ benennen, der sich um die Beschwerden die im Zusammenhang mit Windkraftanlagen stehen, kümmern soll. Verbände kritisieren einen derartigen Posten als weitere bürokratische Hürde zur Entwicklung der australischen Windenergie, weshalb dies zu erneuten Debatten führen wird. Die neuen Ausbauziele, so prognostiziert man, entsprechen einem Wert von etwa 9,6 Milliarden Euro. Auch wenn dies weniger ist, als ursprünglich einmal geplant sind die Investoren froh, dass auf dem australischen Markt wieder politische Sicherheit herrscht. Große Unternehmen, wie die US-amerikanische Firma Sunedison oder First Solar, haben bereits angekündigt in mehrere Projekte in Australien zu investieren.


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