Erneuerbare Energien – die Chance für Indien

Sandra 4. August 2012 1


Es war Dienstag, der 31. Juli 2012, als in Indien plötzlich an vielen Stellen das Licht ausging. Weit mehr als eine Million Menschen waren von dem Stromausfall betroffen, der durch eine Überlastung des vorhandenen Stromnetzes ausgelöst worden war. Die Experten gehen aktuell davon aus, dass es der größte Blackout gewesen ist, den es in der Geschichte Indiens je gegeben hat. Sogar der öffentliche Fern- und Nahverkehr war direkt von dem gigantischen Stromausfall betroffen.

Ursache ist, dass der Strombedarf in Indien schneller steigt, als die Kapazitäten der Stromnetze und der Kraftwerke mithalten können. Dabei wären erneuerbare Energien hier der perfekte Ausweg, mit dem die Stromversorgung stabilisiert werden könnte. Mit einer Bevölkerungsdichte von rund 365 Menschen auf einen Quadratkilometer sind große Gebiete des Landes nahezu unbewohnt. Das sind beste Voraussetzungen für die Errichtung von Kraftwerken auf Photovoltaik-Basis. Hinzu kommt die Lage, die beste Bedingungen vom Wetter her für erneuerbare Energien aus Solarkraftwerken bietet. Allein in der Wüste Thar hätte man Flächen von mehr als 230.000 Quadratkilometern mit idealen Voraussetzungen zur Verfügung.

Auch mit der Wasserkraft könnte man in Indien Einiges bewirken. Im Norden befindet sich der Himalaya, eine der wichtigsten Wasserscheiden der Welt. Allein am Ganges und am Indus könnten gigantische Mengen an erneuerbarer Energie gewonnen werden. Einige Stauseen gibt es hier zwar bereits, aber die von ihnen produzierte Menge an Energie reicht – wie der Blackout eindrucksvoll beweist – bei Weitem nicht aus. Außerdem könnten die Küsten am Golf von Bengalen und am Arabischen Meer auch für Offshore-Windkraftwerke sowie Wellen- und Strömungskraftwerke genutzt werden.