Erneuerbare Energie und die Niagarafälle

Sandra 25. September 2012 0


Wer schon einmal einen Blick auf die Niagarafälle geworfen hat, der dürfte eine Ahnung haben, welche gigantischen Kräfte Mutter Natur dort spielen lässt. Sie sollen nun als erneuerbare Energie für die Stromerzeugung genutzt werden. Den Auftrag für die Vorbereitung hat die in Österreich beheimatete Strabag bekommen. Sie gilt weltweit als einer der Spezialisten im Tunnelbau. Und Experten sind am Projekt Wasserkraft an den Niagarafällen auch notwendig, denn immerhin soll der Turbinentunnel eine Länge von zehn Kilometern haben. Nach der Fertigstellung wird die Distanz von einer Wand der Tunnelröhre zur anderen fast 13 Meter betragen.

Schon im Herbst 2013 soll das Projekt der Nutzung der Wasserkraft ans kanadische Netz gehen. Die zu erwartende Leistung ist so gigantisch wie die Wasserfälle selbst. Durch den Tunnel werden in jeder Sekunde 500 Kubikmeter Wasser Turbinen antreiben, die nach der Fertigstellung eine Jahresleistung von 1,6 Milliarden Kilowatt zu bieten haben. Das macht die Versorgung mit umweltfreundlichem Strom von bis zu 160.000 Haushalten möglich.

Dass dieses Projekt zur Nutzung der Wasserkraft für Kanada so wichtig ist, hat einen guten Grund. Während in Deutschland noch über den Ausstieg aus der Kernenergie debattiert wird, ist man in Kanada schon einen Schritt weiter und plant den kompletten Ausstieg aus der Stromproduktion durch die Verbrennung von Kohle.

Insgesamt investiert Kanada rund 1,3 Milliarden Euro in das Projekt. Diese Summe ist gewaltig. Aber wenn man dagegen rechnet, dass pro Tag Einnahmen von knapp 400.000 Euro aus dem Stromverkauf anfallen, liegt die Rentabilität der Anlage zur Nutzung der Wasserkraft klar auf der Hand. Und dem Vergnügen der Touristen tut das keinen Abbruch, denn schon jetzt werden die Niagarafälle von den Gästen unbemerkt für die Beschickung eines Wasserkraftwerks genutzt.