Energiewende 2015 – Was steht bevor?

Daniel Reissmann 31. Dezember 2014 0


Welche wichtigen Meilensteine der Energiewende sind für das Jahr 2015 vorgesehen? Ein Blick auf die „10-Punkte-Energie-Agenda“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie verrät die wichtigsten Projekte und Vorhaben für das Jahr 2015. Kernthemen werden das Erneuerbare-Energien-Gesetz, der Emissionshandel, das künftige Strommarktdesign, die Energieeffizienz, der Netzausbau und das Monitoring des gesamten Prozesses sein.

© jonasginter - Fotolia.com

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Vorbereitung eines Ausschreibungsmodells im EEG für 2016

Nachdem im Jahr 2014 mit der EEG-Novelle im Sommer die Grundlage und Eckpunkte für die künftigen Ausschreibungsmodelle gelegt wurden, sollen auf Grundlage der Verordnung für das Pilotprojekt Ausschreibungen PV-Freiflächen im Jahr 2015 erste Pilotauktionen stattfinden. Ziel ist es, die wettbewerbliche Förderung erneuerbarer Energien zu testen. Ende 2015 will das Bundeswirtschaftsministerium einen Erfahrungsbericht verfassen, der als Grundlage für den Beginn technologiespezifischer Ausschreibungen im dritten Quartal 2016 dienen wird. Dazu wird es zu Beginn des Jahres 2016 zudem eine weitere EEG-Novelle geben, welche die neuen Ausschreibungsmodelle mit aufnehmen soll. Im Themengebiet Emissionshandel soll 2015 auch weiterhin der Ratsbeschluss Richtlinie-Marktstabilitätsreserve vorbereitet werden. Die Stabilitätsreserve soll die Kohlenstoffdioxid-Preise stabilisieren und starke Schwankungen vermeiden. Dafür ist geplant, dass der Europäische Rat bereits Mitte 2015 einen Beschluss zur Marktstabilitätsreserve trifft.

Vorbereitung eines neuen Marktdesign-Gesetzes für den künftigen Strommarkt

Das Grünbuch des Bundeswirtschaftsministeriums, welches auf Grundlage verschiedener Studien erstellt wurde, steht momentan zur öffentlichen Diskussion. Gesammelt werden die verschiedenen Vor- und Nachteile spezifischer Möglichkeiten eines künftigen Strommarktdesigns. Bis Anfang 2015 soll das Grünbuch, also die öffentliche Konsultation, beendet sein. Folgen soll ein sogenanntes Weißbuch, welches auf Basis des Grünbuchs konkrete Maßnahmen vorschlagen wird. Die Konsultation zum Weißbuch soll im Herbst 2015 beendet werden, sodass anschließend konkrete Maßnahmen in Verordnungen und Gesetze übernommen werden können, möglicherweise sogar im Rahmen eines Marktdesign-Gesetzes. Im Bereich Energieeffizienz soll der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz in 2015 allmählich umgesetzt werden. Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz wurde Ende 2014 verabschiedet und orientiert sich vor allem an den Vorgaben der Energieeffizienz-Richtlinie.

Energiewende im Gebäudebereich kommt gesonderte Rolle zu

Die Bundesregierung will bis 2015 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen und verfolgt daher eine gesonderte Gebäudestrategie. Im Laufe des Jahres 2015 soll eine ganzheitliche Gebäudestrategie erarbeitet und Ende 2015 durch Kabinettsbeschluss bestätigt werden. Immobilienbesitzer müssen demnach künftige Modernisierungsinvestitionen in ihren Gebäudebestand einplanen. Die Gebäudestrategie soll vor allem Effizienz und erneuerbare Wärme im Gebäudebereich fokussieren und wird 2016 durch eine Erneuerung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes und der Energieeinsparverordnung umgesetzt.

Netzausbau als zentrales Thema

2015 wird durch die Bundesnetzagentur ein neuer Netzentwicklungsplan (NEP) entwickelt werden. Der NEP soll die geplanten Ausbaukorridore, die Weichenstellung bezüglich des Einspeisemanagements und zukünftigen Marktdesigns in Einklang bringen. Nach Genehmigung durch die Bundesnetzagentur, welche für 2015 geplant ist, soll der NEP der Bundesregierung vorgelegt werden und als Basis für die 2016 vorgesehene Novelle der Bundesbedarfsplanung dienen. Der NEP fokussiert die Übertragungsnetze, bei den Verteilnetzen wird vor allem der Evaluierungsbericht zur Anreizregulierungsverordnung bis März 2015 erwartet. Zusammen mit der Netzplattform-Studie „Moderne Verteilnetze für Deutschland“ soll ein erster Verordnungsentwurf für die Novellierung der Anreizregulierungsverordnung bis Mitte 2015 vorliegen. Plangemäß soll die Novelle nach Kabinettsbeschluss im Herbst 2015 in Kraft treten.


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