Energiewende 2.0: Kostendeckelung und Eco-Bad-Bank?

Daniel Reissmann 14. Oktober 2013 0


Morgen soll die neue EEG-Umlage offiziell verkündet werden. Schon zuvor ging es bei den Diskussionen um die Umstrukturierung des EEG heiß her. Der Strompreisanstieg muss gebremst werden, damit sind sich alle Beteiligten einig. Doch wie? Das ist die zentrale Frage der Debatte. Während sich einige Forderungen, wie die nach der Senkung der Stromsteuer oder der Rücknahme für Rabatte einiger als energieintensiv deklarierten Unternehmen häufen, kommen nun auch zunehmend radikalere Vorschläge zum Vorschein. Einige Experten fordern eine Energiewende 2.0, das heißt eine vollkommene Neuauslegung der Vergütungsstruktur und der Fördersätze.

© Eisenhans - Fotolia.com

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Wird die Energiewende unrentabel?

Atomausstieg und die Reduzierung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen in Einklang zu bringen geht beinahe nur mittels Wind- und Solarenergie. Zentrales Problem ist, dass die Technologien sich im Moment nicht am Markt refinanzieren können. Der Staat muss die Lücke stopfen um den Ausbau trotzdem voran zu treiben. Genau diese Aufgabe kommt der EEG-Umlage zu. Durch den sinkenden Strombörsenpreis muss der Staat ergo die Verbraucher eine immer größer werdende Lücke stopfen. Resultat ist, das der Verbrauchstrompreis kurioserweise steigt, während der Börsenpreis fällt. Der ehemalige Umweltstaatssekretär Rainer Baake hat nun eine Kostendeckelung vorgeschlagen um dem Paradoxon Herr zu werden. So soll in Zukunft für neue Anlagen eine Vergütungsobergrenze von 8,9 Cent pro Kilowattstunde Wind- und Solarstrom gelten. Problem an dem Vorschlag ist, dass dann wahrscheinlich nur noch Windkraft im Norden und Solarenergie im Süden rentabel wären. Das könnte den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland stark abbremsen und die Ausbauziele um Jahre nach Hinten verlagern.

Ökostrom-Altschuldenfonds

Eine andere Forderung kommt vom Energieexperten der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel. Er fordert eine Übertragung der gesamten bereits gewährten Solarvergütungskosten in einen „Ökostrom-Altschuldenfonds“ der über Steuermittel zwischenfinanziert werden soll und die milliardenschweren Solarförderungskosten stemmen soll. Damit könne man laut Krawinkel die EEG-Umlage auf 3 Cent pro Kilowattstunde reduzieren. Laut Krawinkel wäre der Fonds damit eine Art „Bad Bank“.


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