Energiesparende Wandfarbe und Putz entwickelt

Daniel Reissmann 6. Oktober 2013 0


Es klingt ein wenig wie aus einem Science Fiction Film. Wandfarbe die den Raum heizt und Außenputz der im Sommer kühlt und im Winter heizt. Und das alles völlig autark von Steuerungselementen wie Heizgeräten und Kühlsystemen. Doch es ist keine Fiktion, der fränkischen Firma Franken Maxit ist es nun gelungen eine derartig innovative Produktreihe zu entwickeln. Zusammen mit der Bauhaus Universität Weimar haben die Projektbeteiligten eine Wandfarbe entwickelt, welche zum Beispiel die Abwärme von Stehlampen nutzt um den Raum zu heizen. Zudem ist es den Wissenschaftlern und Praktikern gelungen einen wärme- bzw. kältespeichernden Außenputz zu entwickeln.

© apops - Fotolia.com

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Drei Jahre intensive Entwicklungszeit

Weiterhin haben Franken Maxit und die Bauhaus Uni in einem Zeitraum von drei Jahren einen Innenputz entwickelt, der auf das Bindemittel Zement verzichtet. Damit spart man enorm an Kohlenstoffdioxid Emissionen, da bei der Zementproduktion viel Treibhausgas entsteht. Mit dem neuen Putz ist dieser Faktor eliminiert, zudem verringert sich der Primärenergiebedarf der Putzproduktion um 70 Prozent zum konventionellen Verfahren. Bei der fränkischen Firma hat man aber auch andere innovative und nachhaltige Produkte im Sortiment. So zum Beispiel ein Solarfassadensystem, bei welchem ultrafeine Mikroglaskügelchen Putz und Farbe jahreszeitlich variieren lassen. So wird im Sommer die solare Strahlung reflektiert und im Winter absorbiert und zum beheizen der Räume verwendet.

Verschiedenste Materialien haben Potential

Nicht nur Putz und Farbe haben das Potential zur Energieeffizienz beizutragen. So kooperiert Franken Maxit auch mit der Universität Bayreuth bei der Entwicklung neuartiger Ziegel. Durch die Verwendung innovativer Baustoffe soll der Ziegel der Zukunft über den Tag verteilt Wärme speichern und nachts dosiert abgeben. Trotz aller Euphorie für die neuen Verfahren und Produkte bleibt man bei Franken Maxit pragmatisch. Geschäftsführer Groppweis betonte daher: “Wir können nicht am Markt vorbeientwickeln: Und die Leute zu überzeugen, dass etwas besser ist, das dauert manchmal 30 Jahre.” Ob sich die Innovationen also letztlich wirklich durchsetzen, wird die nahe Zukunft zeigen.


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