Energie sparen und Hartz IV

Sandra 20. Juli 2012 0


Überall wird völlig zu Recht gepredigt, dass man mit Wärme und Strom möglichst sparsam umgehen soll, selbst wenn man sich für Tarife entschieden hat, bei denen für Eines oder Beides regenerative Energie verwendet wird. Doch an einigen Stellen enthält das deutsche Recht sehr merkwürdige Regelungen.

Eigentlich sollten diejenigen belohnt werden, die wirklich zusehen, wie sie Wärme und Strom sparen können. Doch auf diese Motivation verzichtet die deutsche Regierung. Hier wird in der Öffentlichkeit lieber über „Sozialtarife“ diskutiert, die den Staat durch die dafür notwendigen Subventionen zusätzliches Geld kosten würden, anstatt bei den Möglichkeiten anzusetzen, die sich förmlich auf dem sprichwörtlichen „silbernen Tablett“ präsentieren.

Wer Hartz IV Empfänger ist und durch deutliche Einsparungen bei den Heizkosten eine Rückerstattung aus den Vorauszahlungen seiner Betriebskosten bekommt, dem wird zur Verrechnung der Satz für die nächsten Monate gekürzt. Das geschieht auch, wenn man sparsam mit Strom umgegangen ist und mit der Jahresabrechnung eine Rückerstattung bekommt. Wozu also Energie sparen, wenn man am Ende doch nichts davon hat? Wer nicht spart und am Ende saftige Nachforderungen präsentiert bekommt, dem wird das Geld im Wege einer Einzelfallentscheidung meistens als einmalige Leistung mit der Begründung des „atypischen Bedarfs“ gegeben.

Ein guter Ansatz der Motivation zum Sparen auch von Strom, der aus Solaranlagen oder Wasserkraftwerken kommt, wäre es zum Beispiel, wenn man den Hartz IV Empfängern sozusagen als Belohnung für ihre Sparsamkeit zumindest einen Teil der Rückerstattungen belässt, wenn die Vorauszahlungen und monatlichen Abschläge nicht höher waren als der Durchschnitt der vergleichbaren Haushalte. Aber auf solche einfache Ideen kommt die Bundesregierung offensichtlich nicht.