EnBW legt Projekt „Hohe See“ auf Eis

admin 15. November 2012 0


Der Energiekonzern EnBW hat seine bisherigen Pläne für den Nordsee-Windpark auf Eis gelegt. Das Unternehmen will vorerst auf eine Aufklärung der Gesetzeslage warten, bevor es 1,5 Milliarden Euro in den Windpark investiert. Momentan ist es dem Netzbetreiber Tennet möglich die Netzanbindung hinauszuschieben. Dies könnte zu einer Verzögerung um bis zu zwei Jahre für das Projekt bedeuten. Der Windpark mit seinen 80 Windrädern würde somit erst 2017, anstatt 2015, ans Netz gehen.

Die momentane Gesetzeslage führt zu einem hohen finanziellen Risiko für EnBW. Unter dem momentan laufenden Energiewirtschaftsgesetz, stehen Offshore-Netzanbindungen nicht mehr unter Bestandsschutz. Zudem besitzen Netzbetreiber wie Tennet einen größeren Spielraum beim Termin für die Anbindung von Windparks auf hoher See. Für die Verzögerungen müssen zum Großteil die Verbraucher haften.

Problematisch ist dies auch für die Baden-Württembergische Landesregierung. Die rot-grüne Landesregierung ist Mehrheitseigner des Unternehmens und wollte EnBW zu einem Vorzeigeunternehmen für die Energiewende ausbauen. EnBW musste im Jahr 2011 zwei seiner vier Atomkraftwerksblöcke abschalten. Geplant hatte der drittgrößte Energiekonzern Deutschlands eine Verdopplung der Anteile der erneuerbaren Energien bis 2020.

EnBW betreibt seit 2011 den Offshore-Windpark „Baltic 1“. Mit seinen 21 Windrädern war er der erste kommerzielle Windpark in der Ostsee. „Baltic 2“ ist bereits im Bau und soll mit seiner Leistung von 288 Megawatt rund 340.000 Haushalte versorgen. Dieser Park genießt noch die Vorzüge des Bestandsschutzes für die Offshore-Netzanbindung.