Elektromobilität: Startschwierigkeiten und Anfahrprobleme

Daniel Reissmann 11. November 2014 0


Die Elektromobilität kommt. Viele Experten sind sich sicher, dass die Elektromobilität die fossil angetriebenen Fahrzeuge eines Tages, zumindest zum großen Teil, abgelöst haben wird. Die vielversprechende und innovative Technologie hat allerdings Startschwierigkeiten. Nicht nur der eigentliche Endnutzer ist skeptisch und will sich das elektrisch betriebene Gefährt nicht so recht anschaffen. Auch infrastrukturelle Probleme und technische Herausforderungen trüben die Aufbruchsstimmung. Die Hauptakteure in der Einführung der Elektromobilität in den deutschen Alltag sind die Kommunen. Über kluge Imagekampagnen und kommunale Regelungen zur Bevorzugung von E-Autos könnten die Neuheiten auch den Bürger begeistern. Forscher kritisieren allerdings, dass es den Kommunen bisher an ganzheitlichen Ansätzen fehlt.

© Petair - Fotolia.com

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Hoher Preis, geringe Reichweite und unzureichende Landeinfrastruktur

“Die Zulassungszahlen von Elektroautos bewegen sich in Deutschland trotz der fortschreitenden technologischen Entwicklung in den vergangenen Jahren auf niedrigem Niveau. Grund dafür sind unter anderem die infrastrukturellen Herausforderungen, denen sich Städte, Gemeinden und Unternehmen stellen müssen sowie die noch zu geringe Akzeptanz durch potenzielle Nutzerinnen und Nutzer, was vor allem auf den hohen Kaufpreis und die mangelnde Wahrnehmung im Alltag zurückzuführen ist. Das politische Ziel, eine Million Elektro-Pkws bis zum Jahr 2020 auf deutschen Straßen zu sehen, ist angesichts unserer Ergebnisse und Analysen kritisch zu betrachten” meint Prof. Dr. Petra K. Schäfer, Leiterin der Fachgruppe Neue Mobilität an der Frankfurt University of Applied Science. Schäfer und ihre Kollegen forschen vor allem im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung bezüglich der Erfahrungen, Akzeptanz und Erwartungen an die Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main. Eine der Befragungen des Teams um Schäfer ergab beispielsweise, dass potentielle E-Autofahrer nicht bereit sind mehr Geld für ein Elektroauto als für ein konventionelles Gefährt auszugeben. Dabei sind auch Konzepte, wie Kaufanreizprogramme, in den Kommunen gefragt. “Elektromobilität kann die Lebensqualität in Städten steigern, wenn sie sinnvoll in neue Mobilitäts- und Stadtentwicklungskonzepte eingebunden wird und dadurch für eine Verkehrsentlastung, weniger Lärm und geringere Schadstoffemissionen sorgt”, meint Schäfer. Momentan ist dies noch ausbaufähig, so die Meinung der Experten.


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