„Elektro, Erdgas & Co: Alternative Antriebe nach wie vor mit geringem Marktanteil“

admin 25. April 2014 0


Aktuell sind weltweit mehr als 400.000 Elektroautos zugelassen. In Deutschland allerdings bleibt die Anzahl der Stromer weit hinter den Erwartungen zurück. Mit derzeit etwa 12.000 registrierten E-Pkw ist man hierzulande weit entfernt davon, die angestrebte Zahl von einer Million Elektroautos bis 2020 zu erreichen. Etwas bessere Chancen haben da zwar hybride Pkw (aktuell circa 86.000 Zulassungen in Deutschland) und Pkw mit Erdgasantrieb (derzeit knapp 80.000 Zulassungen), trotzdem ist auch ihr Marktanteil bislang überaus gering.

Staatliche Anreize fehlen

Mit einer jährlichen Verdopplung der E-Auto-Zulassungen geht der Trend zwar aktuell in die richtige Richtung, die absoluten Bestandszahlen (laut Kraftfahrtbundesamt) allerdings sehen bei Weitem nicht nach einer automobilen Energiewende aus. So stehen den rund 12.000 emissionslosen Pkw derzeit circa 44 Millionen Benziner und Dieselautos gegenüber. Damit beträgt der Marktanteil der Stromer gerade einmal 0,02 Prozent. Was laut Expertenmeinung in Deutschland fehlt, sind politische Anreize – sowohl in monetärer als auch nicht-monetärer Form.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) ein aktuelles Positionspapier mit wichtigen Maßnahmen für die nächste Legislaturperiode erstellt. Denn wenn Deutschland – wie angestrebt – zu einem der führenden Leitmärkte im Bereich der ökologischen Mobilität werden möchte, müssen die E-Autos einerseits günstiger werden (zum Beispiel durch staatliche Subventionen), andererseits muss eine angemessene Ladeinfrastruktur entstehen.

USA, Japan und China vorn

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei den Zulassungen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben nur auf Rang sieben – noch hinter vergleichsweise kleinen Kfz-Märkten wie Norwegen, Frankreich und den Niederlanden. Auf Platz eins rangieren die USA: 2013 wurden dort insgesamt 174.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride neu zugelassen – in Deutschland waren es gerade einmal 17.500. Einer der begehrtesten Stromer in den USA ist die Oberklasse-Limousine Tesla Model S: Mit 18.000 verkauften Exemplaren in 2013 konnte allein Tesla Motors dort mehr Einheiten seines E-Autos absetzen, als Stromer im gesamten Bundesgebiet Deutschland in 2013 verkauft wurden.

Auch in Norwegen führt der Tesla Model S die Neuwagencharts an: Im März 2014 wurden dort insgesamt 1.493 Stück der Oberklasse-Limousine neu zugelassen – auf Platz zwei rangiert (weit abgeschlagen) der konventionell betriebene VW Golf mit gerade einmal 624 Neuzulassungen. Staatliche Förderungen sorgen in Norwegen schon seit mehreren Jahren dafür, dass sich der Markt für E-Autos schnell entwickelt. Gleiches gilt für Japan und China, die im internationalen Vergleich der elektrischen Fahrzeugzulassungen auf den Plätzen zwei und drei rangieren.

Hierzulande sind zwar jetzt mit VW e-Up!, VW e-Golf und BMW i3 neue vielversprechende Stromer auf den Markt gekommen, ohne weitere Regierungsmaßnahmen zur Steigerung der Nachfrage werden es die E-Autos jedoch auch weiterhin schwer haben, sich aus ihrem derzeitigen Schattendasein zu befreien.


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