El Hierro – Kleine Insel, große Ambitionen

Daniel Reissmann 8. August 2014 0


Die Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean sind vor allem für ihren Tourismus bekannt. Eine der Inseln schlägt allerdings schon seit den 1980er Jahren einen anderen Weg ein. El Hierro, die kleinste der sieben Inseln hat sich der Nachhaltigkeit und umweltfreundlichen Energieversorgung und nicht dem Massentourismus verschrieben. Anfang der 80er Jahre wurde die kleine Insel dafür noch belächelt, zudem gab es viel Unverständnis darüber nicht auch auf den sehr lukrativen Tourismus in die Region zu setzen. Nun erntet El Hierro die Lorbeeren für den mutigen Weg, denn die Insel versorgt sich mittlerweile vollständig auf Basis erneuerbarer Energien und nutzt die vor Ort gegebene Geologie und das herrschende Klima geschickt aus.

© F.Schmidt - Fotolia.com

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Kombination aus Windkraft und Wasserkraft

Grundlage für die 100-prozentig erneuerbare Stromversorgung der Insel ist ein etwa 11 Megawatt starkes Pumpspeicher-Kraftwerk, welches die Stromversorgung vor zu großen Fluktuationen in Zusammenhang mit der zweiten großen Säule der örtlichen Energieversorgung, fünf Windenergieanlagen, bewahrt. Die Windkraftanlagen haben zusammen eine Leistung von 11,5 Megawatt und versorgen in windträchtigen Zeiten die gesamte Insel mit Strom. In windarmen Zeiten wird auf das Wasser im Pumpspeicherkraftwerk zurück gegriffen. Durch die sehr gleichmäßigen Passatwinde vor Ort erreicht der Windpark beträchtliche 3.500 Volllaststunden im Jahr. Momentan ist in El Hierro der Stromsektor autark. Zukünftig sollen allerdings auch die anderen Bereiche Mobilität und Wärme, auch wenn Wärme in dieser Klimazone nur eine geringe Rolle spielt, einbezogen werden. In einem Interview mit dem Portal IWR-Online sagte die Kommunikationsleiterin des Projekts „El Hierro 100 % erneuerbare Energien“, Cristina Morales: „Wir werden jetzt auch andere Projekte wie die Einführung von Elektromobilität oder Energie-Management unterstützen und einbeziehen, sodass wir das Ziel der Energieautarkie erreichen. […] Das Hauptziel ist es, die Insel mit Strom zu versorgen, aber wir wollen damit auch andere indirekte Vorteile wie eine höhere touristische Attraktion sowie internationale Werbung verbinden, aber auch die sich ergebenden Möglichkeiten im Bildungsbereich nutzen.“


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