EEG-Novelle: Bald Windstille im Süden?

Daniel Reissmann 30. März 2014 0


Das kommende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht nach jetzigem Stand geringere Einspeisevergütungen für die erneuerbaren Energien vor. Insbesondere die Windkraft wird davon betroffen sein, geht es nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Viele Experten befürchten allerdings, dass das novellierte EEG zu einem Ausbaustopp von Windenergieanlagen, insbesondere an windarmen Standorten, wie sie öfters in Süddeutschland anzutreffen sind, führen könnte. Am vergangenen Donnerstag hat die Denkfabrik Agora Energiewende eine Studie veröffentlicht in der Bedenken zum aktuellen Modell geäußert werden. Die Experten des renommierten Think Tanks, bei welchem Staatssekretär Rainer Baake zuletzt Direktor war, schlagen ein alternatives Modell vor, welches den Strompreis nur minimal erhöhen soll.

© Marcus Klepper - Fotolia.com

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Markteinbruch für Windenergie in Süddeutschland befürchtet

Der jetzige Agora Direktor Patrick Graichen kritisiert am aktuellen Stand in der Diskussion zur EEG-Novelle vor allem, dass es ein Risiko gibt das in Süddeutschland der Markt für Windkraft zum Erliegen kommt. Er sagte in einem Interview mit der taz: „Derartige Kürzungen könnten dazu führen, dass der Markt für Windkraftwerke in den südlichen Bundesländern zum guten Teil zusammenbricht“. Kurz erklärt schlägt das Agora Modell vor, die Standorte im Süden Deutschlands, an welchen weniger Windhöffigkeit vorliegt, stärker zu subventionieren als im Gabriel-Modell. Trotzdessen werden die Standorte immer noch weniger Förderung als vor 2013 erhalten. Im Gegensatz dazu wollen die Experten eine geringere Förderung als im Gabriel-Modell in Gebieten, die als gute Standorte für Windkraftanlagen gelten. Laut dem Agora Modell solle es letztlich einen Zubau an Onshore-Windkraft von 4 Gigawatt pro Jahr geben. Das sind 1,5 Gigawatt mehr, als im Gabriel-Modell geschätzt wird. Die EEG-Umlage soll im Agora-Modell trotzdessen gerade einmal um 0,08 Cent bis 2018 steigen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich bisher noch nicht zu der Studie geäußert. Aus den Länderministerien von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kamen wohlwollende Reaktionen. Das Umweltministerium Baden-Württembergs lobte zum Beispiel am Agora Modell: „Der Zubau von Windanlagen in küstenferneren Gebieten würde unterstützt“.


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