E-Mobilität: Kommt die E-Auto Prämie?

Daniel Reissmann 16. November 2015 0


Die E-Mobilität kommt nicht so recht in Schwung. Mit dem Elektromobilitätsgesetz hat es die Bundesregierung zwar gut gemeint, doch so wirklich Anwendung findet das Dokument bislang kaum. Dabei könnten die Kommunen auf Grundlage des Gesetzes aktiv zur Förderung von E-Fahrzeugen beitragen und beispielsweise Sonderparkzonen, reduzierte Parkgebühren oder besondere Verkehrsbereiche, die nur für E-Autos zugänglich sind, schaffen. Doch es tut sich wenig, weshalb nun neue Ideen zur Förderung die Runde machen. Laut Informationen des SPIEGEL plant die Bundesregierung die Einführung einer Prämie für Elektroautos.

© Petair - Fotolia.com

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Bundesregierung will Markt in Schwung bringen

Der Zuschuss für den Kauf eines E-Fahrzeugs erinnert an die Abwrackprämie, die im Jahr 2009 Schlagzeilen machte. Damals erhielten Autofahrer eine staatliche Förderung in Höhe von 2.500 Euro, wenn ein altes Fahrzeug verschrottet und dafür ein Neu- oder Jahreswagen angeschafft wurde. Damit versuchte die Bundesregierung sowohl die angeschlagene Automobilindustrie zu stärken als auch die Schadstoffbelastung zu verringern. Die Prämie für den Kauf eines E-Autos soll sogar noch weiter gehen. Bis zu 5.000 Euro Zuschuss sollen Käufer von E-Fahrzeugen erhalten. Laut SPIEGEL geht dies auf einen gemeinsamen Beschluss während der letzten Sitzung des Lenkungskreises Elektromobilität zurück. Mit der neuen Prämie will die Bundesregierung den Elektromobilitätsmarkt endgültig in Schwung bringen. Es wird auch dringend Zeit, denn immerhin sollen bereits 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen verkehren. Zumindest laut der Zielvorgabe der Regierung.

Zielvorgaben mittlerweile unrealistisch

Das Förderprogramm soll 700 bis 800 Millionen Euro Volumen haben. Das entspricht einer maximalen Bezuschussung von 160.000 Fahrzeugen, geht man davon aus, dass das Geld ausschließlich für die Prämie verwendet wird. Sollten tatsächlich so viele Fahrzeuge neu in Betrieb gehen, wäre die Zielstellung der Bundesregierung trotzdem nicht erreicht. Aktuell sind rund 19.000 E-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Bis daraus eine Million geworden sind, ist es noch ein weiter Weg. Sogar bekennende Fans der Stromer glauben kaum noch daran, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Daneben mangelt es auch weiterhin an einer Infrastruktur, die mit einer hohen Anzahl an Elektrofahrzeugen umgehen kann. Aktuell arbeiten verschiedene Ministerien an einem Regierungsprogramm, dass auch die öffentliche Ladeinfrastruktur stärker fokussieren soll.

Finanzierung wird diskutiert

Wie die neue Prämie finanziert werden soll ist indessen noch nicht völlig klar. In einem Zehn-Punkte-Plan wird unter anderem die Erhöhung der Mineralölsteuer und die Belastung CO2-intensiver Großfahrzeuge vorgeschlagen. Ob die Prämie einen ähnlichen Erfolg haben wird wie die Abwrackprämie ist fraglich. Für viele E-Fahrzeug Interessierte waren die Kritikpunkte bislang, neben dem Preis, vor allem die geringe Reichweite und die unzureichend ausgebaute Infrastruktur. Den Preis kann man durch die Prämie zwar verringern, doch die beiden anderen Kritikpunkte bestehen fort. Als erster Schritt kann die Prämie sicher den Markt ankurbeln, doch für eine nachhaltige und beständige Stärkung der E-Mobilität in Deutschland sind umfassendere Maßnahmen notwendig, die alle Bereiche einbeziehen. Bis 2020 wird dies kaum zu schaffen sein, doch auch wenn 2020 nur 300.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, ist das immer noch um einiges mehr als viele Kritiker aktuell erwarten.


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