DIW-Experten über erneuerbare Energie

Sandra 18. September 2012 0


In den Diskussionen der Politiker mehren sich die Stimmen, dass das Erneuerbare Energie Gesetz langsam aber sicher zu teuer wird. Sie kommen vor allem aus dem Wirtschaftsministerium. Das ist nur allzu verständlich, denn die Insider schätzen, dass die sich daraus ergebende Umlage für den Strom aus Wasserkraft, aus Windkraft, aus Biomasse Kraftwerken und aus Solaranlagen noch im Herbst 2012 auf fünf Cent pro verbrauchter Kilowattstunde ansteigen könnte. Das würde vor allem für energieintensive Wirtschaftszweige eine erhebliche Belastung darstellen, die ihnen hauptsächlich Nachteile im internationalen Wettbewerb bringen würde.

Deshalb schauen sich die Experten um, mit welchen rechtlichen Regelungen das Erneuerbare Energie Gesetz abgelöst werden könnte. Interessante Hinweise gab es beim Deutschlandfunk, der unlängst mit Claudia Kemfert vom DIW gesprochen hat. Die DIW-Energieexpertin kritisiert die Vorschläge, sich am britischen Quotenmodell zu orientieren. Das hat bisher kaum Investitionen in Wasserkraft, Biomasse und Solarkraftwerke bewirkt. Lediglich Investoren für Windkraft haben sich in Großbritannien gefunden. Der Anteil erneuerbare Energie an der Stromproduktion liegt dort gerade einmal bei rund zehn Prozent. Deutschland hat mit dem Erneuerbare Energie Gesetz bereits den 2,5fachen Anteil erreichen können.

Claudia Kemfert schätzt die aktuellen Hinweise aus dem Wirtschaftsministerium so ein, dass man dort das EEG komplett vom Tisch haben möchte. Die Energieexperten des Bundesverbands der Verbraucherzentrale sehen ein mögliches Vorbild in Dänemark. Allerdings sind die Regelungen mit einem Bonus für Betreiber von Kraftwerken mit erneuerbarer Energie noch nicht ganz ausgereift. Aber der Vorteil des dänischen Modells besteht darin, dass sich die Kraftwerksbetreiber binnen kurzer Zeit mit den Bedingungen auf dem Energiemarkt arrangieren müssen.