Die Windanlage in der Nachbarschaft – wie hoch ist die Akzeptanz wirklich?

Daniel Reissmann 6. April 2015 0


Neben der Energiegewinnung aus Sonnenenergie ist vor allem die Windkraft eine der günstigsten und umweltfreundlichsten Formen der erneuerbaren Energien. Die Fachliteratur weist immer wieder darauf hin, dass die Windkraft, auch im Vergleich mit den anderen regenerativen Energieträgern, in Sachen Nachhaltigkeit heraussticht. So ist Wind, aus menschlichem Blickwinkel, unbegrenzt verfügbar und zudem unerschöpflich. Mit einem ökobilanziellen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in Höhe von 9,4 g pro Kilowattstunde Strom ist die Windkraft auch besonders schadstoffarm. Daneben bergen Windkraftanlagen kaum eine Gefahr für Unfälle, anders als es beispielsweise bei Kernkraftwerken der Fall ist. Trotz der vielen positiven Eigenschaften der Windenergie formieren sich immer wieder Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen, insbesondere dann, wenn diese in direkter Nachbarschaft errichtet werden sollen. Doch ist der Widerstand wirklich so hoch oder wirkt dies nur so?

© Marcus Klepper - Fotolia.com

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Lärmemissionen und Flächeninanspruchnahme verschwindend gering

Verglichen mit anderen Formen der erneuerbaren Energieerzeugung nehmen Windkraftanlagen nur sehr wenig Fläche in Anspruch. Man kalkuliert in etwa 4000 Quadratmeter Fläche für eine Anlage ein. In Summe benötigten die deutschen Windenergieanlagen im Jahr 2011 insgesamt 100 Quadratkilometer. Verglichen mit konventionellen Anlagen ist dies sehr wenig, so wurden allein durch die deutschen Braunkohletagebauten ohne die Kraftwerke rund 2300 Quadratkilometer in Anspruch genommen. Bei Protesten gegen Windenergieanlagen wird daher auch nur selten die Flächeninanspruchnahme kritisiert. Die Initiativen richten sich vielmehr gegen Lärmemissionen oder auch ungewollte Schattenwürfe. Moderne Windkraftanlagen sind deshalb so konzipiert, dass die Rotorblätter sich wesentlich langsamer bewegen, was von einem Beobachter als angenehmer und auch weniger geräuschintensiv wahrgenommen wird.

Akzeptanz höher, je präsenter die Windenergieanlage

Durch diese modernen Konstruktionen sind die Windenergieanlagen mittlerweile auch in der Nähe von Siedlungsgebieten kaum noch störend. Dies zeigen auch entsprechende Studien. Die gesamtgesellschaftliche Zustimmung zur Windkraft ist in Deutschland relativ hoch, allerdings gerade in Gebieten in denen bereits Anlagen errichtet wurden höher als in nicht betroffenen Regionen. Erklärt wird dieses Phänomen damit, dass in Gebieten in denen die Bevölkerung mit der Windkraft vertraut ist, tendenziell auch die Akzeptanz für diese höher ist. Auch im Zeitverlauf wächst die Akzeptanz. So ist die Ablehnung von Windkraftanlagen während der Bauphase etwas niedriger als zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme, so verschiedene Studien. Trotzdem gründen sich punktuell Bürgerinitiativen gegen die Windkraft, die allerdings nur die Meinung vereinzelter Akteure widerspiegeln. Durch die mediale Überpräsenz der Gegenbewegungen entsteht teils der Eindruck, dass die Windkraft in Deutschland nicht akzeptiert wird. Studien zeigen allerdings, dass es eher umgekehrt ist. Die Windkraft hat in Deutschland eine relativ breite gesellschaftliche Akzeptanz erreicht.


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