Die Krise in der Solarbranche setzt sich weiter fort

Sandra 26. August 2012 0


Es sind mehrere deutsche Hersteller von Photovoltaik-Anlagen und solarthermischen Modulen, die seit einiger Zeit mit aller Kraft ums nackte Überleben kämpfen müssen. Zu den neuesten Opfern gehört das in Sachsen-Anhalt ansässige Unternehmen Sovello. Dort hatte man sich nach dem Insolvenzantrag im Mai 2012 bemüht, einen geeigneten Investoren zu finden. Wie Lucas Flöther, seines Zeichens Insolvenzverwalter von Sovello, am 21. August 2012 der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, ist diese Suche gescheitert. Das Unternehmen muss endgültig seine Produktion einstellen. Die Letzten der rund 1.000 Mitarbeiter werden zum 1. September den „blauen Brief“ bekommen.

Sovello ist damit nicht allein, denn auch dem einstigen Mutterunternehmen Q-Cells geht es nicht anders. Allerdings scheint es hier Interessenten zu geben, die das Unternehmen, das ebenfalls Technik für erneuerbare Energie aus der Strahlung der Sonne herstellt, vielleicht übernehmen wollen. Durch den Standort der Unternehmen können diese Unterschiede nicht begründet sein, denn sie befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Unterschiede ergeben sich aus der Art der Produkte und der vorhandenen Unternehmensstruktur. Q-Cells kann mit einer Niederlassung in Malaysia punkten. Außerdem wird das Investoreninteresse dadurch bei Q-Cells forciert, dass hier gegenüber Sovello neuere und effizientere Solaranlagen angeboten werden.

Die Spitzenköpfe der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie fordern jetzt ganz offen vom Staat Unterstützung ein. Erhard Koppitz, der Bezirksvorsitzende, brachte es auf den Punkt: Der Staat kann die Energiewende nicht durchsetzen, ohne dabei Rücksicht auf die Besonderheiten der Entwicklung in der Solarindustrie zu nehmen. Und die steht durch die Billigangebote aus fernöstlichen Ländern massiv unter Druck. Es fehlt das Geld für eine Anpassung, die durch die Entwicklung eigener Komplettanlagen möglich wäre.