Die 3. Handelsblatt Halbjahrestagung erneuerbare Energie

Sandra 14. September 2012 0


In der letzten Augustwoche 2012 trafen in Berlin 250 Entscheidungsträger aus der Energiewirtschaft mit Vertretern der Politik und der Industrie zusammen. Sie stellten während der dreitägigen Fachkonferenz fest, dass Peter Altmaier mit der geplanten Energiewende eine ordentliche Herausforderung zu bewältigen hat. Sie wurde von den Energieexperten mit den Problemen verglichen, denen sich die Bundesregierung nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu beschäftigen hatte.

Günther Oettinger, seines Zeichens Kommissar der EU für Energie, gab zu bedenken, dass eine Energiewende nur in Deutschland ein unlösbares Unterfangen ist. Die Energiewende erfolgreich durchzuführen, setzt seiner Meinung nach eine enge Zusammenarbeit aller EU-Staaten voraus. Er sieht als wichtigstes Ziel einen innereuropäischen Markt für Energie, der in einer Art gestaltet werden sollte, wie er bei Erdöl und Kohle bereits etabliert ist.

Kritik gab es von Oettinger bei der Halbjahrestagung erneuerbare Energie an den aktuellen Diskussionen um den E10-Kraftstoff. Er bezeichnete diese wörtlich als „kontraproduktiv“. Auch mussten sich die deutschen Politiker aller Ebenen herbe Kritik an ihrer Koordinierung der Maßnahmen zum Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien gefallen lassen. Dort sieht Oettinger die Gefahr, dass die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet sein könnte. Und genau das ist ein Aspekt, auf den Investoren für Industriestandorte größtes Augenmerk richten.

Auch zur weiteren Entwicklung des CO2-Ausstoßes bezog er Stellung. Als einen Knackpunkt bezeichnete er den motorisierten Straßenverkehr. Hier sieht er das Ziel bei weltweiten Reglements, an denen auch Industriegroßmächte wie China und die USA beteiligt werden müssten. Was die künftige Entwicklung der Strompreise betrifft, darf seiner Auffassung nach besonders in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht aus den Augen verloren werden.