Dezentrale Energieversorgung in Autarkie?

Daniel Reissmann 11. September 2013 0


© apops - Fotolia.com

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Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes kommt zu dem Ergebnis, dass eine dezentrale erneuerbare Energieversorgung realisierbar wäre. Allerdings ist die lokale Energieversorgung laut UBA, nur in Ausnahmefällen autark möglich. Vor allem der hohe Energiebedarf in Industrie und Gewerbe ist mittels dezentralen Energieinseln nicht bereitzustellen. Zu den genannten Ergebnissen kommt die UBA Studie „Modellierung einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Stromerzeugung im Jahr 2050 in autarken, dezentralen Strukturen“.

Die Frage nach der Machbarkeit

Wie im Titel bereits deutlich wird, betrachtet die neue Studie die Situation im Jahr 2050. Zentraler Bestandteil war eine technisch-ökologische Machbarkeitsstudie. Diese beschäftigt sich mit der Umsetzung und der Realisierbarkeit eines Stromsystems mit vielen autarken, kleinräumigen und dezentralen Strukturen. Im Grunde heißt das, dass jede Stadt und Gemeinde für den eigenen Strombedarf selbstständig und unabhängig sorgt. Laut dem Szenario gehen weder Netze nach außen, noch sind die einzelnen Strukturen untereinander in irgendeiner Weise verbunden. Somit müsste jedes Gebiet mit den zur Verfügung stehenden Potentialen an erneuerbarer Energie die Stromversorgung decken. Stromspeicher und Stromsenken wären demnach zusätzliche Bedingung.

Vergleich zweier unterschiedlicher Siedlungsstrukturen

In der Studie verglichen die Wissenschaftlicher des UBA zwei völlig unterschiedliche Struktureinheiten. Einerseits ein „Dorf“ im ländlich peripheren und relativ strukturschwachen Raum. Andererseits einen „Stadtteil“ mit hoher Bebauungsdichte und Einwohnerdichte. Zudem wurden diese beiden Modellstrukturen jeweils an Standorten in Nord- und Süddeutschland untersucht. Im Ergebnis ließ sich der Strombedarf für Elektroautos und Haushalte mit der vor Ort zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energie im ländlichen Raum weitgehend autark decken. Allerdings sind große Energiespeicher nötig. Urbane Gebiete sind unter den getroffenen Annahmen entsprechend der Studie keinesfalls autark zu versorgen. Unter Einbezug von Handel, Industrie und Gewerbe zeigte sich zudem, dass unter diesen Bedingungen auch ländliche Gebiete nicht mehr autark versorgt werden können. Eine selbstständige, dezentrale Energieversorgung ist laut der Studie also nur in Ausnahmefällen und unter optimalen energetischen und auch demografischen Bedingungen möglich.


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