Deutschland weiterhin europäischer Spitzenreiter bei den erneuerbaren Energien

Daniel Reissmann 20. Februar 2014 0


Trotz der geografischen Hindernisse ist Deutschland weiterhin der Musterschüler Europas, wenn es um den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung geht. Dies belegen nun auch die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Europäischen Statistikamtes EUROSTAT. Dementsprechend wurden hierzulande 33 Millionen Tonnen Rohöleinheiten an Energie durch Wind, Sonne, Wasser und andere regenerative Energien erzeugt. Dies entspricht 19 Prozent der gesamten europäischen Energiegewinnung im Bereich der erneuerbaren Energien. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich mit einem 12 prozentigen Anteil sowie Schweden mit 10 Prozent. Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass in Deutschland am meisten verbraucht wird.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Viel Verbrauch, viel Erzeugung

Innerhalb der Europäischen Union (EU) belegt Deutschland auch bei den Energieverbrauchern den ersten Platz. Mit 319 Millionen Tonnen Rohöl-Äquivalent ist diese Platzierung allerdings wenig überraschend. Daher das Deutschland das bevölkerungsreichste Land der EU ist, sollte man diesen Verbrauch nicht zu negativ bewerten. So ist beispielsweise seit dem Jahr 2006 der deutsche Energieverbrauch um 9,2 Prozent gesunken. Der Durchschnittswert für die gesamte EU liegt bei 8 Prozent, sodass Deutschland auch hier überdurchschnittliche Werte verzeichnen kann. Diese Zahlen zeigen deutlich, weshalb gerade in Deutschland die Energiewirtschaft eine derartig große Rolle spielt. Bei derart enormen Energieumsätzen ist die Energiebranche einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche überhaupt. Viele wird erfreuen, dass der ambitionierte Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland nun auch mit Zahlen unterlegt ist. Trotzdessen kommen immer wieder Kontroversen auf, ob die Energiewende wirklich der richtige Weg ist. Erst zuletzt hat ein öffentlicher Vortrag des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers, Hans-Werner Sinn vom ifo Institut in München für Aufregung gesorgt. Er kritisierte die Energiewende als überhastet und unüberlegt. Seiner Ansicht nach lässt sich der Klimawandel, den er nicht anzweifelt, viel eher durch Kernenergie, hierbei insbesondere durch Gelder für die Erforschung der Kernfusion, aufhalten. Die erneuerbaren Energien erfordern seiner Meinung nach eine Infrastruktur aus Netzen und Speichern, die nicht bezahlbar noch infrastrukturell umsetzbar ist, ohne dass es zur Zerstörung naturnaher Räume kommt.


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