Deutschland kauft Strom aus Wasserkraft im Ausland ein

Sandra 5. September 2012 0


Aktuellen Planungen zufolge soll Deutschland ab dem Jahr 2018 einen Teil des Stroms aus einem norwegischen Wasserkraftwerk in der Nähe von Stavanger beziehen. Guido Westerwelle nutzte ein Treffen mit seinen norwegischen Amtskollegen, um dem Wasserkraftwerk einen Besuch abzustatten.

Das Kraftwerk Saurdal hat gigantische Kapazitäten. Es arbeitet mit mehr als einem Dutzend unterirdischen Speicherbecken, die über riesige Rohrsysteme mit dem „Blauen See“ verbunden sind, der über drei Millionen Kubikmeter des kostbaren Guts und Energielieferanten Wasser aufnehmen kann. Damit ließe sich die komplette Bundesrepublik Deutschland ganze fünf Tage vollständig mit Strom versorgen. Dass Norwegen seine Wasserkraftwerke in solchen imposanten Dimensionen baut, hat einen guten Grund: Das land wird vollständig aus der Wasserkraft mit Strom versorgt.

Aber wie überall bei den erneuerbaren Energien sind auch bei dieser deutsch-norwegischen Kooperation zuerst einmal hohe Investitionen notwendig. Allein die notwendige Hochspannungsleitung wird rund zwei Milliarden Euro kosten. Und davon baut jedes Land eine. Norwegen schickt über eine Leitung seinen Strom aus der Wasserkraft auf die Reise nach Deutschland und umgekehrt wird Deutschland über eine zweite Leitung seine über den Bedarf hinaus produzierte erneuerbare Energie aus Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen nach Norwegen.

Westerwelle sieht in diesem Projekt noch andere Vorteile als den Schutz der Umwelt bei der Produktion von Energie. Er ist der Meinung, dass solche Vorhaben auch neue Arbeitsplätze in beiden Ländern schaffen. Und die werden trotz des noch anhaltenden Aufschwungs in der deutschen Wirtschaft dringen benötigt. Es ist ein Beispiel, das Schule machen sollte, denn solche nutzbringenden Kooperationen sind gerade bei der Wasserkraft auch mit anderen europäischen Ländern möglich.