Desertec-Stiftung steigt aus Wüstenstromprojekt aus

admin 5. Juli 2013 0


Seit Monaten kriselt es zwischen der Desertec Stiftung und dem Industriekonsortium, die sich das gemeinsame Ziel gesetzt haben Europa mit Strom aus der afrikanischen Wüste zu versorgen. Jetzt ist die namensgebende Desertec Stiftung infolge der Differenzen aus dem Projekt ausgestiegen. Die Industrie hält allerdings weiterhin an dem Vorhaben fest.

„Die Desertec Foundation gibt die Kündigung ihrer Mitgliedschaft bei der Dii bekannt“, heißt es in einer Presseerklärung der Desertec Stiftung. Für Branchenkenner kommt diese Nachricht wenig überraschend, denn die Differenzen zwischen der Stiftung und der Industrie hatten in den letzten Monaten stark zugenommen. So hatte man zunehmend Meinungsverschiedenheiten darüber wie das Wüstenstromprojekt Desertec – ein riesiges Solarkraftwerk in der afrikanischen Wüste – vorangetrieben werden sollte. Die Dii GmbH, ein Industriekonsortium bestehend aus prominenten Industriegrößen wie RWE, Eon, ABB, Unicredit und der Deutschen Bahn, hatte offenbar das Ziel Solarstrom so schnell wie möglich nach Europa zu transportieren aufgekündigt – allerdings ohne dies im Vorfeld mit der Stiftung zu besprechen.

Steht das ambitionierte Desertec Projekt, in das bereits eine Summe von 400 Milliarden Euro investiert wurde und das Europa mit sauberem Strom aus der Wüste versorgen sollte, nun vor dem Aus? Angesichts der bereits getätigten Investitionen ist eine komplette Aufkündigung des Projekts wohl nicht zu erwarten. So ist die Dii GmbH durchaus in der Lage das Projekt alleine weiterzuführen. Die Munich Re, einer der Mitbegründer des Projekts, meinte hierzu: „Wir sind als Shareholder mit der inhaltlichen Arbeit der Dii zufrieden. Dass bei einem Projekt in einem hochkomplexen und dynamischen Umfeld immer wieder neue Herausforderungen zu meistern sind, halten wir für normal.“ Lediglich eine Umbenennung dürfte wohl unvermeidlich sein, denn die Namensrechte des Wüstenstrom-Projekts lagen bei der Desertec Stiftung.


Comments are closed.