Der erste Spatenstich für die deutsche Wasserstoffwirtschaft

Daniel Reissmann 29. Oktober 2013 0


Viele ungeklärte regulatorische Fragen haben das Projekt verzögert, doch nun ist es Greenpeace Energy in Zusammenarbeit mit dem Windenergie-Unternehmen ENERTRAG gelungen den ersten Spatenstich für den Anschluss eines wasserstofferzeugenden Hybridkraftwerks an das Erdgasnetz zu tätigen. Die erste Einspeisung des „Windgas“ genannten Wasserstoffs war bereits für 2012 geplant. Daher dass die Akteure auf keinerlei Erfahrungswerte mit der neuen Technologie zurück greifen konnten, verzögerte sich der Start für den Bau des Anschlusses allerdings bis 2013.

© Marcus Klepper - Fotolia.com

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Energie für etwa 8.000 Greenpeace Energy Gaskunden

Es ist geplant, dass ab 2014 etwa 8.000 Greenpeace Energy Kunden mit dem klimafreundlichen Windgas versorgt werden können. Produziert wird das Gas in dem weltweit ersten Kraftwerk welches neben Strom und Wärme auch Windgas erzeugt. Das Hybridkraftwerk wird in Prenzlau (Brandenburg) von der Firma ENERTRAG betrieben. Dabei wird mittels Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten und der Wasserstoff als Energieträger verwendet. Die nötige Prozessenergie gewinnt das Kraftwerk aus dem Wind. Jörg Müller, Vorsitzender von ENERTRAG sagte dazu: „Windgas ist einer der wichtigsten Bausteine für das Gelingen der Energiewende in Deutschland“.

Der Vorteil von Windgas ist seine Speicherfähigkeit

Windgas wird deshalb so viel Potential zugesprochen, da es im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien sehr einfach speicherbar ist. Die Speicherung geschieht dabei über das Erdgasnetz selbst, sodass auch keine neuen und kostspieligen Speicher gebaut werden müssen. Die Speicherung von Energie ist eines der Kardinalprobleme der Energiewende. Durch die Fluktuation der zentralen erneuerbaren Energieträger Solarkraft und Windenergie wird die Speicherung von Strom oder Wärme in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ein zu hundert Prozent auf regenerativen Energieträgern basierendes Wirtschaftssystem bedingt sinnvolle Speichermechanismen, darin sind sich beinahe alle Experte einig. Die Wasserstoffwirtschaft ist eine Möglichkeit dem Speicherproblem zu begegnen. Daneben sehen Experten viel Potential im Bereich flexibler Biogaserzeugung und effizienteren mechanisch potentiellen Speichern. Das zukünftige Energiespeichersystem wird wahrscheinlich ein Mix aus verschiedenen Technologien sein.


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