Chinas Solarindustrie in der Krise: Wohin mit den Produktionsüberschüssen?

Daniel Reissmann 3. Oktober 2013 0


Die Nachwehen des Handelsstreits zwischen China und der Europäischen Union (EU) bekommt die chinesische Solarindustrie immer heftiger zu spüren. Im Juli dieses Jahres wäre eine Unstimmigkeit zwischen Europa und China beinahe eskaliert. So warf die EU China vor, dass durch unlautere Subventionen gegen geltendes internationales Handelsrecht verstoßen werde. Ursache des Streites war die vermehrte Einfuhr chinesischer Billig-Solarmodule in die EU. Im Zuge des Preisdrucks stand Europas Solarindustrie, darunter auch deutsche Schwergewichte wie Conergy oder Solarworld, kurz vor dem Kollaps. Im letzten Moment fand sich eine Einigung. So einigte sich die EU mit China darauf, dass China für eine bestimmte Anzahl von Solarmodulen in Europa einen Mindestpreis verlangen muss. Damit wurden der Preis- und Kostendruck sowie die resultierende Wettbewerbsverzerrung vorerst abgefedert.

© digitalstock - Fotolia.com

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Chinas Solarindustrie bleibt auf ihren Waren sitzen

Die Vereinbarung gilt bis 2015. Eine zu lange Zeit für die chinesische Solarindustrie, so vermutet man im Land der Mitte. Denn dort bleibt eine große Anzahl von Produzenten von Solarmodulen auf ihren bereits produzierten Waren sitzen. Ein Absatz in die EU lohnt sich nun nicht mehr und auch die USA scheiden aus, da es auch dort ähnliche Regelungen für die chinesischen Dumping-Module gibt. Die chinesische Regierung hat nun reagiert und Steuererleichterungen für die Solarbranche erlassen. Am Dienstag ist die Mehrwertsteuer für Produzenten von Photovoltaik Artikeln um 50 Prozent gesenkt worden.  Die verringerte Steuer soll laut chinesischen Finanzministerium bis 2015 gelten. Also genauso lang wie die Vereinbarung mit der EU.

Rettet das Chinas Solarbranche?

Fraglich ist, ob diese Maßnahme ausreicht um Chinas stark angeschlagene Solarindustrie zu stabilisieren. Laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua wird die Steuersenkung nicht ausreichen um die Exporteinbußen zu kompensieren. Einige Hersteller müssen wohl das Feld räumen. Eine nur konsequente Entwicklung, da Chinas Solarindustrie laut Experten schon seit geraumer Zeit weitaus aufgeblähter ist, als es der Markt zulässt.


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