Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) warnt vor Verfehlung der Erneuerbare-Energien-Ziele bis 2020

Daniel Reissmann 6. Oktober 2014 0


Als alarmierend bezeichnet man beim Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) die aktuellen Ergebnisse einer Studie über das Erreichen der europäischen Erneuerbare-Energien-Ziele bis 2020. Die Untersuchung, welche von der Technischen Universität Wien und der Energy Economics Group im Auftrag der europaweiten Plattform „Keep on track!“, erarbeitet wurde, prognostiziert insbesondere Deutschland ein negatives Ergebnis bei der Zielerreichung, sollte die Energiepolitik hierzulande nicht geändert werden. Die Studie untersuchte, inwieweit die 27 EU-Mitgliedstaaten die vereinbarten europäischen Ziele und ihre nationalen Ziele bezüglich des Ausbaus der erneuerbaren Energien erreichen werden.

© jonasginter - Fotolia.com

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Nur neun von 27 Ländern auf dem richtigen Weg

Für den deutschen Dachverband der erneuerbaren Energien, dem BEE wird das Ergebnis genauso ernüchternd wie schockierend gewesen sein. Denn gerade Deutschland, welches trotz allem weiterhin eine Vorreiterrolle bei der Energiewende einnimmt, schneidet mit am schlechtesten ab. So bezweifelt die Studie lediglich bei vier der 27 EU-Mitgliedstaaten ob diese ihre nationalen Ziele erreichen. Darunter neben Finnland, Irland und der Slowakei auch Deutschland. “Deutschland als Vorreiter beim Klimaschutz sollte dieses Ergebnis nicht auf sich sitzen lassen”, mahnt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. “Nachdem die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Erreichung der 2020-Ziele schwerer statt leichter gemacht hat, muss die Bundesregierung jetzt auf den Gebieten Wärme und Mobilität deutlich entschlossener handeln als bisher. Außerdem gibt es ein schlechtes Bild ab, wenn vier der fünf dreckigsten Kohlekraftwerke Europas in Deutschland stehen.”, so Falk weiter. Letztlich ist das wesentliche Ergebnis der Studie, dass Europa seine eigenen energiepolitischen Ziele für 2020 und auch 2030 verfehlen wird, sollte die Energiepolitik auf europäischer als auch auf nationalstaatlicher Ebene nicht angepasst werden. “Wirkliche Positivbeispiele sind nur Dänemark und Italien”, so Falk. Bulgarien, Österreich oder Schweden sind laut Studie zwar weiterhin „On the track“, dies ist aber weitgehend damit zu begründen, dass in diesen Ländern wenig ambitionierte Ziele gesetzt wurden, welche relativ einfach und mit geringem Aufwand erreicht werden können, meint Falk.


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