Bundesregierung möchte „Fracking“ nicht zum Thema des Energiegipfels in Brüssel machen

admin 22. Mai 2013 0


Während in den USA Ölkonzerne durch die neue Methode der Schiefergasförderung, dem sogenannten „Fracking“, hohe Gewinne erzielen, ist die Methode in Europa und speziell in Deutschland hoch umstritten. So ist das Fracking, bei dem Öl und Gas aus Schiefergestein gelöst wird, mit einer Reihe von Umweltrisiken verbunden, die kaum zu kalkulieren sind.

In Folge der steigenden Energiepreise in Europa und dem teuren Ausbau der regenerativen Energien würde die EU-Kommission beim kommenden Energiegipfel in Brügge daher gerne das Thema Fracking ansprechen und einheitliche Regelungen für die Methode festlegen. Erst kürzlich hatte die EU angesichts der teuren Energiepreise eine Wende in der Energiepolitik angekündigt, die unter anderem auch eine Förderung fossiler Energien vorsieht. Aus Sicht der EU-Kommission könnte das Fracking ein bedeutender Teil dieser neuen Politik sein. Aber noch bevor das Thema auf dem Energiegipfel angesprochen werden konnte, hat die Bundesregierung bereits ihr Veto eingelegt.

Das Argument, dass private Strom- und Gasverbraucher in Folge der hohen Kosten der regenerativen Energien immer mehr zahlen müssten, lehnte die Bundesregierung ab. Ein Regierungssprecher sagte: „Das ist eher Sozialpolitik als Energiepolitik und liegt insofern in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten.“ Das Problem der hohen Energie- und Stromkosten in Europa wird allerdings immer dringender. So zahlen Unternehmen in den USA ein Vielfaches weniger für Energie als in Europa. Auf lange Sicht kann sich dies durchaus nachteilig für die europäische Wirtschaft auswirken. Hinzu kommt, dass zum Ausbau der Energie-Infrastruktur nach Schätzungen der EU-Kommission bis 2020 200 Milliarden Euro nötig sind. Um langfristig eine nachhaltige und zuverlässige Energieversorgung garantieren zu können seien bis 2020 insgesamt sogar eine Billion Euro nötig.


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