Benediktiner setzen sich für erneuerbare Energie ein

Sandra 26. September 2012 0


Mönche und erneuerbare Energie sind zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht so recht zusammen passen. Aber sie tun es. Das stellen die führenden Köpfe vom Kloster Münsterschwarzach unter Beweis. Sie haben im Jahr 2000 den Entschluss gefasst, völlig unabhängig von der Entwicklung der Energiepreise zu werden. Zwölf Jahre später haben sie dieses Ziel bereits zu 90 Prozent erreicht, denn das Kloster versorgt sich schon jetzt fast autark mit Energie.

Dabei setzen die Mönche komplett auf erneuerbare Energie und nutzen gleich vier Teilbereiche. Der benötigte Strom kommt aus einem eigenen kleinen Wasserkraftwerk, dessen Turbinen bereits seit einem halben Jahrhundert in Betrieb sind. Pro Jahr können sie im Schnitt 60.000 Kilowattstunden liefern. Führt der Castellbach, der aus dem Steigerwald gespeist wird, konstant viel Wasser, sind auch schon mal knapp 100.000 Kilowattstunden pro Jahr möglich. Seit Herbst 2001 wird die klostereigene Stromproduktion durch zwei große Solaranlagen ergänzt. Damit tut man es dem Pabst gleich, der auf seiner Audienzhalle in der Vatikanstadt ebenfalls eine Solaranlage hat installieren lassen.

Inzwischen hat sich auch eine Biogasanlage dazu gesellt. Das war eine sehr logische Schlussfolgerung, weil sich das Benediktinerkloster selbst mit der Landwirtschaft beschäftigt. Benötigte Rohstoffe müssen dadurch nicht herangekarrt werden, sondern fallen direkt vor Ort an. Die Leistung der Biogasanlage beträgt 1,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Da kann auch eine ordentliche Menge ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Auch bei der Beheizung der 54.000 Quadratmeter Nutzfläche zeigen sich die Benediktiner fortschrittlich. Die 2003 installierte Heizung verbrennt Holzsschnitzel, die ebenfalls teilweise selbst erzeugt werden. Enge Kooperationen mit Forstbetrieben ergänzen die Lieferungen. Durch die Hackschnitzelheizung kann der Umwelt die Belastung aus der Verbrennung von einer halben Million Litern Erdöl in jedem Jahr erspart werden.