Bayern debattiert über die Windkraft

admin 22. Juni 2013 0


Mit seiner Forderung über einen größeren Abstand von Windrädern zu bewohnten Gebieten hat Ministerpräsident Horst Seehofer eine hitzige Debatte ausgelöst. Weder die Opposition noch Vertreter der Windenergiebranche können die Haltung Seehofers nachvollziehen.

Pünktlich zum bayrischen Landtagswahlkampf hat Horst Seehofer die Forderungen einiger Bürgerinitiativen aufgenommen, die einen größeren Abstand von Windrädern zu bewohnten Gebieten fordern. Da in Bayern in tieferen Lagen kaum Wind weht, ist es für eine effiziente Nutzung der Windenergie notwendig, dass die Windräder eine Höhe von etwa 200 Metern haben. In dieser Höhenlage weht ausreichend Wind, sodass effektiv Strom gewonnen werden kann. 2009 betrug der Anteil der Windenergie in Bayern am Strommix daher gerade einmal 0,6 Prozent. Da die Pläne der bayrischen CSU/FDP-Koalition vorsehen bis 2022 den Anteil der Windenergie auf sechs bis zehn Prozent zu erhöhen, befinden sich derzeit etliche der riesigen Windkrafträder im Bau.

Für zahlreiche Bürger ist der gesetzliche Mindestabstand von 800 Metern zu bewohntem Gebiet allerdings viel zu gering. Ministerpräsident Horst Seehofer nahm die Bedenken dieser Bürgerinitiativen nun – wohl nicht zuletzt aus wahltaktischen Gründen – auf und polarisierte damit im Landtag. Während Seehofer von einer „Umzingelung“ von Dörfern mit Windrädern sprach, lehnten SPD- und Grüne-Politiker sowie Vertreter der Windenergiebranche diese Beschreibung als übertrieben ab und verwiesen darauf, dass Kommunen selbst darüber entscheiden können, wo sie den Bau von Windrädern erlaubten. In den folgenden Wochen wird die Debatte zum Thema Windkraft in Bayern sicherlich noch weiter ausgeschlachtet werden, schließlich scheint das Thema eine ausreichend hohe Brisanz zu besitzen, um im Wahlkampf relevant zu werden.


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