Batterietechnologie: Tesla will neuartige Batterien auf den Markt bringen

Daniel Reissmann 13. Mai 2015 0


Der US-amerikanische Konzern für Elektrofahrzeuge, Tesla, will neue Wege bestreiten und das eigene Portfolio vergrößern. So hat es zumindest Tesla Chef und Gründer Elon Musk angekündigt. Mit neuartigen Batterien für den Preis von rund 4000 US-Dollar will Tesla künftig einen Beitrag zur Energiespeicherung leisten. Musk sieht darin eine direkte Voraussetzung zum Aufbau einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Ohne leistungsfähige Speicher ist, so die Meinung des Tesla-Chefs, eine zukunftsfähige Energiewirtschaft auf der Basis erneuerbarer Energien nicht möglich. Die neuen Batterien sollen dazu dienen, dass beispielsweise Hausbesitzer den eigens produzierten Solarstrom speichern können. Allerdings sollen die Batterien auch für Kraftwerke anwendbar sein. Die Technologie basiert auf Teslas gängigen Autobatterien für die eigens produzierten Elektrofahrzeuge.

© apops - Fotolia.com

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Speichertechnologien bisher noch zu wenig im Fokus

Zuletzt fand sich zu Teslas Diversifizierungsvorhaben ein Artikel in der Online Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), in welchem die Bedenken von Investoren der Wall-Street dahingehend aufgezeigt wurden. Im Speziellen wurde die Haltung des Investors Jim Chanos dargestellt, welcher die neuen Batterien von Tesla als „unsinnig“ betitelte. Es verwundert wenig, dass gerade konservative Anleger, wie Chanos, derartig innovative Technologien kritisch betrachten. Für Musk dagegen passt die neue Richtung zur Firmepolitik. Tesla hat seit seiner Gründung ausschließlich auf innovative Technologien gesetzt. Auch die Elektrofahrzeuge, die immer noch das Hauptgeschäft des Unternehmens sind, befinden sich noch in einem sehr innovativen und volatilen Marktsegment. Der Speichermarkt in den USA, aber auch in vergleichbaren Industriestaaten, ist derzeitig wenig gesättigt. Es gibt nur eine geringe Anzahl an Anbietern wirklich leistungsfähiger Speicher. Viele Technologien befinden sich noch in der Entwicklung, weshalb die Thematik momentan eher im Bereich der Forschung eine Rolle spielt.

Tesla will als Erster in einen neuen Markt

Eines ist allerdings weitgehend klar. Ohne leistungsfähige Speicher wird eine Regenerativwirtschaft wohl kaum machbar sein. Das hat auch Musk erkannt, weshalb er mit Tesla in diesen neuen und ungesättigten Markt vorstoßen will. Für die konservativen Anleger an der Wall-Street kaum nachvollziehbar, da über die kurze Frist in diesem Markt kaum Rendite zu holen ist. Das ist soweit auch richtig, denn immerhin finanziert sich ein großer Teil des EE-Marktes auch in den USA über staatliche Subventionen. Problematisch ist, dass eine Förderung von Speicherstrom nicht existiert. So verliert Solarstrom seine Subventionen sobald er gespeichert wird. Dieser regulatorische Rahmen sollte geändert werden, falls sich Batterien auch für den Anbieter rechnen sollen. Musk allerdings verfügt über das notwendige Risikokapital auch ohne Subventionssicherheit in diesen Markt vorzudringen und sein Glück zu versuchen.


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