Aus für das Wüstenstromprojekt Desertec

Daniel Reissmann 18. Oktober 2014 0


Die Wüstensonne nutzen um Energie für eine Vielzahl von Menschen zu produzieren. Eine einleuchtende wie auch geniale Idee mit welcher das ambitionierte Projekt Desertec Industrial Initiative (DII) vor fünf Jahren gestartet ist. Nun ist das Großprojekt dem Ende nahe, so die Süddeutsche Zeitung. Angeblich kann sich das Agglomerat aus 35 internationalen Konzernen nicht auf eine Fortführung des Projekts einigen, sodass sich die 17 Gesellschafter der Desertec-Planungsgesellschaft dazu entschlossen haben, ebendiese aufzulösen. Die Münchner Zentrale muss ebenso schließen. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung soll von dem einstigen Großprojekt lediglich ein kleines Beratungsunternehmen mit drei Gesellschaftern übrig bleiben, dieses soll das bereits erworbene Wissen erhalten.

Energiequelle

Keine Einigung unter den Beteiligten möglich geworden

Wie konnte es für das hochambitionierte Projekt soweit kommen? Dies fragen sich nicht nur die einstigen Gründer. Fakt ist, dass sich die beteiligten Firmen aus Finanz- Technologie- und Energiebranche, darunter RWE, die Deutsche Bank und die MunichRe, nicht darauf einigen konnten aus der auf Fünf-Jahre befristeten Organisation eine Dauereinrichtung zu machen. Ein Etat von zwei Millionen Euro hätte zur Verfügung gestanden, trotz dessen konnte auch am vergangenen Montag, auf der Gesellschafterversammlung in Rom, keine Einigung erzielt werden. Lediglich drei Gesellschafter, RWE, die saudische Firma Acwa Power und der chinesische Konzern State Grid wollen ein Beratungsunternehmen weiterführen, welches die arabischen Länder bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien beraten soll. Für die Gründer der Initiative ist das Aus eine herbe Enttäuschung. So war DII eines der ehrgeizigsten Energiewende-Projekte überhaupt. Mit dem Ziel bis 2050 hunderte Ökokraftwerke nach dem Vorbild Desertecs in Nordafrika und dem Nahen-Osten zu errichten wurde die Initiative nicht nur von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen Siemens-Chef gelobt, sondern auch vielfach sehr euphorisch angesehen. Die Bilanz der fünf Jahre ist eher durchwachsen. So konnte DII eine Vielzahl von Zielen aufgrund politischer und energiewirtschaftlicher Veränderungen nicht erreichen. So wurde beispielsweise bis jetzt kein Strom nach Europa transportiert, wie einst angedacht. Mitunter sind diese Zielverfehlungen an den jetzigen Verwerfungen auch schuldig.


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