Anreiz für die Nutzung von E-Autos: Freies Parken in Hamburg

Daniel Reissmann 20. Oktober 2015 0


Wie schafft man Anreize für Elektroautos ohne direkte finanzielle Subventionen? In Hamburg versucht man es nun mit Privilegien beim Parken. Im September hatte das Bundesverkehrsministerium ein Sonderkennzeichen für Elektrofahrzeuge auf den Weg gebracht. E-Fahrzeuge erhalten demnach mit einem „E“ im Nummernschild optional eine eindeutige Kennung. In Hamburg will man dies nun nutzen, indem entsprechend gekennzeichnete Fahrzeuge kostenfrei parken können. Die Regelung soll zum 1. November 2015 in Kraft treten.

© Petair - Fotolia.com

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Regelung ist auch für weitere Großstädte denkbar

Hamburg wagt damit als erste deutsche Großstadt die Bevorzugung von Elektroautos für bestimmte öffentliche Räume. Dieses Vorgehen ist nicht unumstritten, sorgt es doch dafür, dass sich Nutzer konventioneller Fahrzeuge diskriminiert fühlen könnten. “Die konsequente Ausweitung von Lademöglichkeiten auf Hamburgs Straßen, die Installation von Schnellladesäulen, der vereinfachte nutzerfreundliche Zugang zu Ladesäulen über Smartphone, die jetzt erhöhte Rechtssicherheit beim innerstädtischen Laden sowie der Anreiz des kostenloses Parkens im gesamten Stadtgebiet schaffen eine Umgebung, in der sich Elektromobilität in Hamburg positiv entwickeln wird.”, bekräftigt Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch die Ambitionen. Die Einführung kostenloser Parkzonen für Elektroautos könnte auch für andere Großstädte interessant sein, immerhin ist die Elektromobilität bundesweit noch nicht in Schwung gekommen. Insbesondere in hochfrequentierten Innenstädten wäre kostenfreies Parken auf ansonsten gebührenpflichtigen Parkplätzen von Vorteil.

Weitere ähnliche Umsetzungsmodelle denkbar

Auch andere Städte haben bereits ähnliche Modelle diskutiert. Insbesondere Leipzig, München und Berlin versuchen sich als Modellstädte für Elektromobilität zu positionieren. So ist es denkbar, dass E-Fahrzeugführer in diesen und weiteren Städten künftig Sonderrechte erhalten. Nicht nur beim Parken, sondern auch beim Befahren von verkehrsberuhigten Zonen oder Bereichen, die ansonsten nur für den Lieferverkehr zugänglich sind. Schon heute sparen sich Besitzer von Elektrofahrzeugen den Treibstoff und das nicht nur, weil kein fossiler Kraftstoff benötigt wird, sondern auch weil die meisten Ladesäulen kostenlosen Strom anbieten. Auf Dauer wird dies natürlich nicht möglich sein und auch freies Parken wird irgendwann wieder aufgehoben werden, nämlich dann, wenn eine Vielzahl an Elektrofahrzeugen unterwegs sein wird. Aktuell kommt die E-Mobilität allerdings nur sehr schleppend auf die Straße, weshalb derartige Anreizmechanismen durchaus zielführend sein können um den ein oder anderen zum Kauf eines E-Fahrzeugs zu animieren. Für den städtischen Verkehr sind Stromer bereits heute gut geeignet, da die Reichweite für kurze Strecken ausreicht. Vielleicht helfen kostenlose Parkplätze und zusätzlich eine direkt angebundene Ladesäule mit kostenfreiem Strom, dass sich einige Kurzstreckenfahrer vom elektrischen Fahren überzeugen lassen. Man wird sehen, ob Hamburgs Praxisversuch glückt.


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