Aktuelle Studie: Ausbau der erneuerbaren Energien wird maßgeblich durch politische Instabilität gehemmt

Daniel Reissmann 17. März 2014 0


Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Nordafrika geht nur sehr langsam voran. Doch warum eigentlich? Denn immerhin steigt auf den Kontinent seit geraumer Zeit die Stromnachfrage sehr stark an. Der Anstieg ist auf das Wirtschaftswachstum, vor allem der nordafrikanischen Länder, zurück zu führen. Die geografischen Bedingungen sind zudem optimal, denn fast nirgends auf der Erde kann man sich einer stabilen Stromversorgung mittels Photovoltaik derart sicher sein, wie in Afrika. Ein aktueller Bericht des Marktforschungsinstituts Frost & Sullivan zeigt nun auf, dass vor allem die politische Instabilität vieler afrikanischer Staaten Hemmschuh des Ausbaus der regenerativen Energien ist.

EnergiequelleStrukturreformen haben höchste Priorität

Eigentlich, so die Marktforscher, müssten Strukturreformen, wie die Gründung von Regulierungsbehörden oder die Einführung von Subventionsprogrammen höchste Priorität für Afrikas Energiepolitik haben. Diese Entwicklung ist allerdings sehr stark von der Stabilität der afrikanischen Politik abhängig. So zeigt sich immer wieder, dass eine strategische Planungssicherheit, die eine Energiewende erfordert, in vielen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent nicht möglich ist. So sagt Frost & Sullivan Analystin Celine Paton: „Die fünf nordafrikanischen Länder planen viele neue Kraftwerke, unter anderem auch ehrgeizige Erneuerbare-Energien-Projekte. Deren Umsetzung hängt jedoch davon ab, inwiefern die Regierungen die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Strukturreformen umsetzen können“. Die politischen Ambitionen scheinen offensichtlich nicht sehr hoch zu sein, denn weiterhin herrschen Gaskraftwerke bei der Stromerzeugung in Nordafrika vor. Szenarien gehen davon aus, dass sich der Strombedarf der fünf nordafrikanischen Staaten bis 2020 verdoppeln wird. Eine gute Chance den Ausbau der erneuerbaren Energien zu forcieren, immerhin haben viele Machbarkeitsstudien ein enormes Potential für Windkraft und Photovoltaik in der Region aufgezeigt. Trotz dessen gehen auch optimistische Szenarien davon aus, dass bis 2020 weiterhin das Gaskraftwerk die vorherrschende Technik zur Stromerzeugung bleiben wird.


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