Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) warnen vor Investitionsrückgang durch verfehlte Energiepolitik

Daniel Reissmann 19. August 2014 0


In einer aktuellen Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands e. V. (DGRV) und der Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeigt sich, dass beinahe jede dritte Energiegenossenschaft in diesem Jahr keine weiteren Investitionen vornehmen wird. Hauptgrund ist die enorme Verunsicherung im Zuge der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Zahlen sind alarmierend, bedenkt man, dass im Vorjahreszeitraum lediglich acht Prozent der Genossenschaften ohne konkreten Investitionsplan waren. „Das neue EEG droht die Energiewende auszubremsen und dabei vor allem die kleinen Marktakteure wie Energiegenossenschaften zu treffen. Obwohl im Koalitionsvertrag mehr Bürgerbeteiligung versprochen wurde, wird die Aktivität von Energiegenossenschaften nun deutlich eingeschränkt“, so die harsche Kritik von Dr. Eckhardt Ott, dem Vorstandsvorsitzenden des DGRV.

© jonasginter - Fotolia.com

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Chancen für die Energiegenossenschaften insbesondere im Bereich Nahwärme

Mittlerweile sind Energiegenossenschaften zu einem wichtigen Investitionsbaustein der Erneuerbaren-Energien-Branche geworden. So haben die Genossenschaften bislang rund 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau der Erneuerbaren investiert, so der DGRV. Prognosen des DGRV gehen nun davon aus, dass rund 300 Millionen Euro an weiteren Investitionen durch die neuen EEG-Regelungen zurück gehalten werden. Insbesondere die volle Belastung des Eigenverbrauchs und die Bagatellgrenze von 100 kW peak zur verpflichtenden Direktvermarktung, welche künftig noch gesenkt werden soll, belasten die Energiegenossenschaften schwer. Potenzial sieht der DGRV vor allem im Bereich der Nahwärmenetze, wo in den letzten drei Jahren allein 70 genossenschaftliche Netze entstanden sind. „Es gibt noch viele Biogasanlagen ohne Wärmekonzept. Das ist die Chance für Energiegenossenschaften, die Wärmenetze für Dörfer oder Stadtteile betreiben“, meint Ott. Die Umfrage des DGRV untersuchte auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und den Genossenschaften, wobei das Ergebnis eindeutig ist. „Kommunen sind für die Energiegenossenschaften ein sehr wichtiger Partner. Sie stellen Dachflächen und Gebäude zur Verfügung, engagieren sich als Mitglied oder sind sogar in den Leitungsgremien der Genossenschaft aktiv. Bei jeder zweiten Genossenschaft hat die Kommune bei der Gründung mitgewirkt“, resümiert Ott.


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