Abschalt-Verbot für Kraftwerke als Maßnahme gegen Blackout-Gefahr

admin 19. Oktober 2012 0


Am Mittwoch hat das Bundeskabinett beschlossen, das Betreiber von systemrelevanten Kraftwerken dazu gezwungen werden können, ihre Kraftwerke für bis zu zwei Jahre betriebsbereit zu halten. Die Versorger werden dafür entschädigt. Außerdem soll eine Reglung im Energiewirtschaftsrecht dafür sorgen, dass eine Stilllegung eines Kraftwerkes der Bundesagentur mindestens zwölf Monate vorher gemeldet werden muss. Diese Maßnahme soll zur Vermeidung von Stromausfällen sorgen, während des schrittweise laufenden Atomausstieges. Weiterhin sollen Betreiber verpflichtet werden, die Versorgung mit Brennstoff sicherzustellen.

Im vergangenen Winter kam es zu Engpässen bei Gaskraftwerken, wodurch Reservekraftwerke eingesetzt werden mussten. Die Bundesnetzagentur nahm diese unter Vertrag, um Stromengpässe in Süddeutschland durch die Abschaltung der älteren Atomkraftwerke zu verhindern. Die Kosten der Maßnahme werden über die Netz-Umlage auf die Verbraucher verteilt, was eine Mehrbelastung von ca. zwei Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt bedeutet.

Letztes Jahr wurden 1600 Megawatt-Leistung als Reserve von der Netzagentur unter Vertrag genommen. Dieses Jahr werden es voraussichtlich 2000 Megawatt-Leistung sein. Neben der Gefahr eines Stromengpasses, ist ein weiteres Problem die Wirtschaftlichkeit von Gas- und Kohlekraftwerke. Durch die steigende Bedeutung von regenerativen Energien, wie Solar- und Windenergie und deren stetige Einnahme von Marktanteilen, sinkt die Laufdauer von fossilen Kraftwerken. Versorger wie E.ON erwägen es darum, einige einzelne Kraftwerke wegen betriebswirtschaftlichen Gründen vom Netz zu nehmen.

Nach derzeitigen Planungen wird das Gesetz erst im Winter 2013/14 voll wirksam sein, da es frühestens Anfang 2013 in Kraft treten könnte.