100 Prozent Erneuerbare: Wie flexibel muss das System werden?

Daniel Reissmann 28. Dezember 2013 0


Es ist das bekannte Problem eines auf erneuerbaren Energien basierenden Systems. Wie soll mit den Schwankungen der, am breitesten verfügbaren und kostengünstigsten Energieträger, Wind- und Solarkraft umgegangen werden? Schon 2009 widmete sich eine Studie des renommierten Fraunhofer IWES dieser Frage. Das Ergebnis der, vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in Auftrag gegebenen, Untersuchung war, dass eine zuverlässige, also versorgungssichere Stromversorgung, in einem auf Erneuerbaren basierenden Energiesystem machbar ist. Bis heute stellen sich Experten allerdings die Frage, wie sich dies am besten erreichen lässt. Wesentliche Kriterien sind insbesondere Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

© Thorsten Schier - Fotolia.com

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Versorgungssicherheit durch Kombination von Flexibilisierungsmaßnahmen

Das Büro für Technikfolgeabschätzung beim Deutschen Bundestag betonte in einem Gutachten, dass die Integration von erneuerbaren Energien in das bestehende System mittels diverser Flexibilisierungsmaßnahmen technisch durchaus machbar ist. Besonders sinnvolle Ansätze sehen die Experten dabei in einer Kombination aus Regernativ-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK). Zudem können sogenannte virtuelle Kraftwerke, als Zusammenschluss einzelner erneuerbarer Anlagen, in Kombination mit Smart Meter und Smart Grid Technologien einen bedeutenden Beitrag zur Flexibilisierung des Energiesystems leisten. Das sukzessive Verschwinden von leistungsfähigen Grundlastkraftwerken, wie Kohle- oder Gaskraftwerken wird auch dazu führen, dass Stromspeichertechnologien in Zukunft eine wesentlich wichtigere Rolle als bisher einnehmen werden. In der gängigen Fachliteratur vermutet man, dass ab einem Anteil von 40 Prozent an erneuerbaren Strom größere Energiespeicher notwendig werden. Dabei schwankt die Breite an Speichertechnologien enorm. Konventionell und etabliert sind vor allem Pumpspeicherkraftwerke, diese nehmen allerdings auch große Flächen ein und verändern das Landschaftsbild. Auch Akkumulatoren, also Batterien sind weitgehend geläufig. Sie eignen sich bisher allerdings kaum für das Speichern größerer Energiemengen. Thermodynamische Speicher, wie Druckluftspeicher befinden sich noch im Entwicklungsstadium. Auch Gasspeicher, wie die bekannten Power-to-Gas Wasserstoffspeicher, befinden sich noch in einem Frühstadium. Das interessante an letzerem Speicher ist vor allem, dass für die Speicherung des Wasserstoffs das bestehende Erdgasnetz genutzt werden kann. Die Kapazität reicht aus so viel Gas zu speichern um alle Schwankungen abdecken zu können.


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